Corona-bedingt wurden klassische Heiligabend-Feiern und Gottesdienste durch neue Möglichkeiten ersetzt
Alternative Weihnachts-Formate kamen gut an

Münster-südost -

Krippenspiel und Christmette, wie sonst an Heiligabend üblich, waren diesmal wegen der Corona-Pandemie nicht, oder nur sehr eingeschränkt möglich. Stattdessen wurden viele neue Formate ausprobiert. Die überwiegende Reaktion der Gläubigen darauf war positiv.

Montag, 04.01.2021, 17:07 Uhr aktualisiert: 04.01.2021, 17:13 Uhr
Draußen vor der evangelischen Christuskirche holten sich viele das Licht von Bethlehem ab.
Draußen vor der evangelischen Christuskirche holten sich viele das Licht von Bethlehem ab. Foto: anh

Könnte man das nicht im nächsten Jahr zu Weihnachten wieder so machen? Die Frage richteten einige Teilnehmer des neuartigen Wander-Gottesdienstes von St. Agatha über den Friedhof bis zu einer Krippe auf einem Bauernhof an Pfarrer Thomas Schulz , berichtete dieser am Silvestertag. „Vielleicht brauchen wir solch eine Zeit als Kirche, um etwas Neues auszuprobieren, Dinge zu probieren, die zukunftsfähig sind.“

Viele Rückmeldungen erhielt auch Pastoralreferentin Karin Lücke von den Wortgottesdiensten vor St. Agatha: „total gut gefallen“ habe es den Familien. Ein überschaubarer Zeitrahmen ohne langwieriges Platzsichern sei gut angekommen.

Gerade junge Familien, so Pfarrer Dr. Christian Plate von der evangelischen Kirchengemeinde in Wolbeck, hätten die dortige Aktion als „sehr bereichernd und entspannt erlebt“. Sei das nicht etwas, das man nach Corona fortsetzten könnte? Es würde nicht an die Stelle der Gottesdienste treten, „aber als zusätzliches Angebot“. Das mehrstündige Veranstaltungsformat habe „eine intensivere Begegnung“ ermöglicht. „Impulse aus dieser Zeit werden auch unter Nicht-Corona-Bedingungen weitergedacht.“ So war auch auf evangelischer Seite ein Stationen-Gottesdienst konzipiert, aber schließlich gestrichen worden. Die Gemeinde setzt die online abrufbaren Gottesdienste ohne Präsenz fort. „Ansonsten liegt alles auf Eis.“ Das sechsköpfige Presbyterium wird je nach staatlichen und landeskirchlichen Überlegungen entscheiden.

Nicht alles lief wie erwartet bei Präsenz-Angeboten von St. Nikolaus Münster: So hatten bei den Wortgottesdiensten im Freien anscheinend viele Menschen Bedenken – viele meldeten sich in den letzten Tagen vor dem Weihnachtsfest wieder ab; am Wortgottesdienst im Drostenhof nahm nur die Hälfte der Angemeldeten teil.

Ein Teil der Formate hatte sich erst im Laufe der Aktion „Lebendiger Adventskalender“ herausgebildet, nämlich die besondere Krippe draußen an der Mauer der Kirche St. Agatha. Für den Adventskalender hatte Pfarrer Thomas Schulz ein Bild gemalt. Es zeigt die Heilige Agatha – und Menschen, die zu einer Krippe kommen. Die entsprechenden Figuren fertigte Schulz aus Sperrholz, bis zu 2,5 Meter hoch: Maria und Josef, ein Hirte mit Laterne, Hirtenkinder, die Krippe mit dem Jesus-Kind. Diese Größe sei auch nötig gewesen angesichts der hohen weißen Mauer der Kirche, meinte Schulz im Rückblick.

Wenn es in der Weihnachtsgeschichte um die Heiligen Drei Könige geht, wird die Krippe neue Besucher bekommen, deutete Schulz an.

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