Sechsjährige erhält Gutscheine – Krankenkasse erklärt Verfahren
Masken-Coupons für Kinder?

Münster-Wolbeck -

Ihre sechsjährige Tochter habe Gutscheine erhalten, um FFP2-Masken in der Apotheke abholen zu können, wundert sich eine Wolbeckerin. Ihre an Vorerkrankungen leidende Mutter dagegen nicht.

Freitag, 29.01.2021, 19:22 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 17:14 Uhr
Daniela Krone und ihre Tochter mit den Gutscheinen
Daniela Krone und ihre Tochter mit den Gutscheinen Foto: isa

„Wie kann es sein, dass Kinder Berechtigungsscheine für FFP2-Masken bekommen?“, fragt sich Daniela Krone . Ihre sechsjährige Tochter Sophia hat die Coupons vor einigen Tagen erhalten. Genauso wie ein dreijähriges Kind in ihrer Bekanntschaft. Die Kleinen brauchen doch gar keine Masken“, sagt sie. „Und sie passen ihnen auch nicht. „Meine Mutter dagegen ist über 60, hat eine chronische Lungenerkrankung und wurde auf Mitte bis Ende Februar vertröstet.“

Möglicherweise sei weitergegeben worden, dass ihre Tochter früher unter Kleinkind-Asthma litt, meint die Wolbeckerin. Bei der Dreijährigen in der Bekanntschaft aber liege ihres Wissens keine Vorerkrankungen vor. Die Wolbeckerin, die wie ihre Mutter bei der Barmer krankenversichert ist, vermutet einen Fehler bei der Datenübertragung. Sie befürchtet, dass vielleicht manche unberechtigt erhaltene Coupons einlösen würden, was zu Engpässen für Berechtigte führen könnte. „Wer bestimmt eigentlich, wer wann die Gutscheine bekommt?“, fragt sie sich.

Die Auswahl der anspruchsberechtigten Versicherten für FFP2-Masken sei gesetzlich geregelt, erklärt der Landespressesprecher der Barmer, Tobias Klingen auf Anfrage dieser Zeitung. Die Richtlinien hätten der Bund und die gesetzlichen Krankenkassen gemeinsam festgelegt. „Allein die Barmer hat daraufhin 4,5 Millionen Gutscheine für ihre Mitglieder bestellt“, so Klingen. Nun zu den Kriterien: Als erste hätten Personen über 75 Jahre die Gutscheine erhalten. „Diese haben wir bereits versandt“, so der Sprecher.

Bis zum 3. Februar seien dann Menschen zwischen 70 und 74 Jahren sowie Risiko-Patienten an der Reihe, zuletzt die 60- bis 69-Jährigen. Bei den Risikogruppen gebe es keine Alters-Untergrenze, so Klingen. Daher könnten auch Kinder oder jüngere Erwachsene dazu zählen, die einmal eine entsprechende Diagnose erhalten hatten, inzwischen aber wieder gesund seien.

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