Dr. Oliver Geisters neues Buch beleuchtet die Bedeutung einer literarischen Gattung im Nationalsozialismus
Märchen in dunklen Zeiten

Münster-Wolbeck -

Hitler liebte Schneewittchen. Joseph Goebbels las seinen Töchtern Märchen vor. Soldaten sollten sie zu bedingungsloser Treue ermutigen, und Kindern im KZ spendeten sie Trost. Die Rolle von Märchen in der Zeit von 1933 bis 1945 ist vielschichtig. Dr. Oliver Geister ist Germanist, Lehrer am Gymnasium Wolbeck und Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur Märchenpädagogik. Wir sprachen mit ihm über sein neues Buch „Märchen in dunklen Zeiten – Geschichte des Märchens im Dritten Reich“. Von Iris Sauer-Waltermann
Freitag, 26.02.2021, 17:52 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 26.02.2021, 17:52 Uhr
Dr. Oliver Geister mit seinem neuen Buch „Märchen in dunklen Zeiten“.
Dr. Oliver Geister mit seinem neuen Buch „Märchen in dunklen Zeiten“. Foto: isa
    Herr Dr. Geister, wie entstand die Idee zum Buch? Geister: Ich habe vor einigen Jahren ein Buch über Märchenpädagogik geschrieben. Die Zeit des Nationalsozialismus fand ich besonders interessant. Bei weiteren Recherchen kamen so viele Fakten zusammen, dass schließlich ein ganzes Buch daraus wurde. Wie können Märchen ein totalitäres Regime stärken und gleichzeitig den Verfolgten Mut machen? Geister: Märchen sind eher einfache und kurz gehaltene Erzählungen mit ausdrucksstarken und deutungsoffenen Bildern. Man kann sie fast beliebig interpretieren und um-interpretieren. So wurde bei den Nazis oft der Wert des Mutes, der Kampfesbereitschaft und der bedingungslosen Treue besonders hervorgehoben.
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