Größte Mitgliederversammlung in der Vereinsgeschichte wählt mit großer Mehrheit einen neuen Vorstand
Musikschule: Zitterpartie beendet

Münster-Wolbeck -

Monatelang war nicht klar, wie es weiter geht mit der Musikschule Wolbeck. Nun hat die Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand gewählt.

Montag, 15.03.2021, 17:57 Uhr aktualisiert: 15.03.2021, 18:39 Uhr
Der neue Vorstand nach der größten Mitgliederversammlung in der Geschichte der Musikschule Wolbeck (v.l.): Schatzmeister Dr. Jörg Eckardt, 1. Vorsitzende Christine Kirchhoff, Dirk Jöstingmeier, Beisitzerin Magdalena Otto und 2. Vorsitzender Stefan Althoff.
Der neue Vorstand nach der größten Mitgliederversammlung in der Geschichte der Musikschule Wolbeck (v.l.): Schatzmeister Dr. Jörg Eckardt, 1. Vorsitzende Christine Kirchhoff, Dirk Jöstingmeier, Beisitzerin Magdalena Otto und 2. Vorsitzender Stefan Althoff. Foto: Andreas Hasenkamp

Die Zitterpartie ist beendet: Es geht weiter mit der Musikschule Wolbeck. Seit Freitagabend verfügt sie über einen komplett neuen Vorstand. Und der weiß ein klares Wahlergebnis hinter sich – mit einer Stimmenanzahl in nie gekannter Größe. Es war die größte Mitgliederversammlung in der Geschichte des Vereins.

Christine Kirchhoff , Stefan Althoff, Dirk Jöstingmeier, Dr. Jörg Eckardt und Magdalena Otto hatten sich zur Wahl gestellt und wurden gewählt. Die meisten waren im Wolbecker Verein bislang unbekannt. Ihre Bezüge zur Musik sind höchst unterschiedlich.

So bekannte die neue Vorsitzende Kirchhoff: „Ich habe von Musik keine Ahnung“. Als Rechtsanwältin kennt sie sich allerdings im Vereinsrecht aus – sie war von einem Kanzlei-Kollegen angesprochen worden, der mit den Lohnabrechnungen des Vereins betraut ist. Ihr gehe es vor allem um die Chance für Kinder, Musik zu machen. Alle Kandidierenden erhielten Applaus.

Der Vorstand hatte erklärt, sich nicht wieder zur Wahl zu stellen. In der Einladung zur Mitgliederversammlung hatte er Interessierte gebeten, sich als Kandidaten zu melden. Auch Bezirksbürgermeister Peter Bensmann , hatte sich im Vorfeld vermittelnd engagiert und diente nun als Wahlleiter. Applaus gab es auch für den vorherigen Vorstand, der an der Versammlung teilnahm und Geschenke erhielt.

Eine Teilnehmerin hätte gern von Marita Nover Antworten erhalten. Die hatte im Oktober ohne Angabe von Gründen überraschend ihr Amt als Vorsitzende niedergelegt – den Posten als Geschäftsführerin aber behalten. Bei der Versammlung war sie nicht anwesend. Diese Doppelfunktion sei für sie nicht transparent gewesen, meinte eine Teilnehmerin, die seit zwölf Jahre Mitglied sei. Fragen bezogen sich auch auf den Inhalt von Novers Geschäftsführer-Vertrag. Mehrere Mitglieder wünschen sich eine Aufarbeitung der Ereignisse. Kirchhoff versprach: „Wir werden sicherlich nicht den Deckel draufmachen.“

Zu den vom Vorstand um Dieter Dirkes vorgenommenen Modernisierungen werden weitere kommen: Klare Kompetenzen und andere Kommunikationsstrukturen gehören dazu – das versprachen die Kandidierenden und stießen damit auf positive Resonanz. Die etwa zwanzig Jahre alte Verwaltungs-Software sei nicht mehr angemessen. Das Ansehen der Musikschule habe in den letzten Monaten gelitten.

Zuvor hatte die Versammlung einen Antrag abgelehnt, der eine Verschiebung der Wahl forderte. Einstimmig befürworteten die Mitglieder die zukünftige Unvereinbarkeit von Geschäftsführungs-Position und Vorstandsmitgliedschaft. Kassenprüfer sind Peter Bensmann und Bernd Rückl, der zuletzt Schatzmeister war.

Die Kasse ist im Plus, auch dank Corona-Hilfen und Spenden. „Im Augenblick stehen wir finanziell auf einer gesunden Basis“, so der scheidende Schatzmeister, Bernd Rückl. Der alte Vorstand konnte sich eine gut geführte Kasse bescheinigen lassen und wurde entlastet.

In der Pandemie mit ihrem abrupten Unterrichts-Wegfall unterstützten auch die Mitglieder den Verein, „sonst würden wir nicht mehr existieren“, so Dirkes dankbar. Hilfe kam auch mit Räumlichkeiten einer Firma und der Gemeinde St. Nikolaus Münster. Zu Kurzarbeit kam es nicht im Kollegium mit knapp 35 Lehrkräften.

Bensmann kommentierte: Dass ein Verein so viele juristische Fragen diskutieren muss, habe er noch nicht erlebt. „Da müssen grundsätzliche Strukturen und die Kommunikation geändert werden.“

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