11. Station
Der Drostenhof: Die Pracht der Renaissance

Münster-wolbeck -

Vom Hügel der zerstörten Burg, die Bischof Ludolf von Holte im 13. Jahrhundert errichten ließ, bis zum restaurierten jüdischen Friedhof berichten „stumme Zeugen“ in Wolbeck aus der Vergangenheit des geschichtsträchtigen Ortes. Die Arbeitsgemeinschaft Wolbeck-Marketing des Bürgerforums lädt in ihrem Faltblatt „Wolbecker Spaziergang“ ein, sich in zwölf Stationen einmal näher damit zu befassen. Station elf des historischen Spazierganges ist der Drostenhof.

Dienstag, 12.07.2016, 00:07 Uhr

Das ehemalige Wirtschaftsgebäude des Drostenhofes fällt durch seine blau-gelben Fensterläden ins Auge.
Das ehemalige Wirtschaftsgebäude des Drostenhofes fällt durch seine blau-gelben Fensterläden ins Auge. Foto: isa

Bei dem prächtigen Bauwerk aus der Frührenaissance handelt es sich um einen so genannten Burgmannshof, der von 1545 bis 1557 von Dirk von Merveldt und seiner Ehefrau Gertrud (Drüke) von Nagel erbaut wurde. Die Münsteraner Fürstbischöfe, die lange Zeit in Wolbeck residierten, hatten ursprünglich eine ganze Reihe wehrhafter Burgmannshöfe zum Schutz gegen Feinde angelegt. Beim relativ spät errichteten Drostenhof war der defensive Charakter schon in den Hintergrund getreten. Der eindrucksvolle Adelssitz, bestehend aus Torhaus, Wirtschaftsflügeln und Herrenhaus, diente vor allem Repräsentationszwecken.

Der Drostenhof ist baugeschichtlich von besonderer Bedeutung, da er einen Stilwandel von der Gotik zur Renaissance darstellt. Zunächst entstand das Torhaus, das teilweise noch spätgotische Züge trägt und parallel zur Straße „Am Steintor“ liegt. Das stattliche Eingangstor ist heute verschlossen.

Das Wirtschaftsgebäude säumt im rechten Winkel zum Torhaus an einer Seite den Innenhof des Anwesens. Wie beim Torhaus stechen dort besonders die Fensterläden ins Auge, die mit Rauten in den Wappenfarben der Merveldts, in kräftigem Blau-Gelb, geschmückt sind.

Das prächtige Haupthaus des Anwesens mit der durchgegliederten Fassade im Stil der Frührenaissance überragt die beiden anderen Gebäude und liegt jenseits des Hofes. Damit hielt es vornehm Abstand zur Straße. Prägend sind die kugelgeschmückten Halbkreise auf dem Giebel.

Der Drostenhof beherbergte von 1975 bis 2012 das weit über Münster hinaus bekannte „ Westpreußische Landesmuseum “. Dieses ist seit 2014 im Franziskanerkloster in Warendorf untergebracht. Heute wird das Anwesen als Wohnraum genutzt.

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