Oberbürgermeister Lewe im Interview
Herausforderungen der Zukunft bewältigen

Münster -

Münster ist eine wachsende Stadt mit großer Magnetfunktion. Dies bietet viele Vorteile, stellt die Stadt aber auch vor erhebliche Herausforderungen – etwa was die Versorgung mit Wohnraum oder die Bewältigung immenser Verkehrsströme angeht. Wir haben mit Oberbürgermeister Markus Lewe darüber gesprochen.

Montag, 11.11.2019, 15:47 Uhr
Oberbürgermeister Markus Lewe
Oberbürgermeister Markus Lewe Foto: Oliver Werner

Wo hat Münster die größten Potenziale?

Lewe : Es sind zum einen die insgesamt neun Hochschulen mit 65.000 Studierenden, die das positive Image als lebendige Studierendenstadt prägen. Zu den wichtigsten Einrichtungen aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger dürfte das Uniklinikum zählen. Die Stärkung und der Ausbau der Wissenschaftsquartiere eröffnet Potenziale nicht nur für Hochschulen und Studierende. Münster ist zudem innovativer Forschungsstandort, was die aktuelle Entscheidung der Bundesregierung zum Standort der Batterieforschungsfabrik [WN+] unterstreicht. Als Fahrradstadt mit vielen Grünzonen, einem reichhaltigen Kulturangebot und einer attraktiven Innenstadt bietet Münster eine hohe Lebensqualität.

Wo liegen die Knackpunkte?

Lewe: Folge der erfolgreichen Entwicklung und des Wachstums ist zum einen ein angespannter Wohnungsmarkt und eine zunehmende Abwanderung in das Umland. Wir versuchen mit der Baulandoffensive , einer sozialgerechten Bodennutzung und der Wiedernutzung der Oxford- und York-Kaserne gegenzusteuern. Ein weiterer Knackpunkt ist der hohe Einpendler-Verkehr. Die Verkehrsinfrastruktur muss an das Bevölkerungswachstum angepasst werden. Stichworte: Nahverkehrsplan, Veloroutenkonzept und Masterplan Mobilität 2035+ . Nachholbedarf gibt es zudem beim Thema Digitalisierung für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung.

Welche sind die größten Herausforderungen, die in den nächsten Jahren bewältigt werden müssen?

Lewe: Wir müssen die Chancen der erfolgreichen Stadtentwicklung nutzen, also das Bevölkerungs- und Beschäftigtenwachstum, das Wachstum der Hochschulen und der Wissenschaftseinrichtungen – zum Beispiel die Batterieforschung. Eine große Herausforderung wird die Schaffung der Rahmenbedingungen für einen ausgeglichenen Wohnungsmarkt sein.

Was muss sich beim Thema Verkehr tun?

Lewe: Es wird um zukunftsorientierte Mobilitätsangebote gehen. Stichworte sind die Münsterland S-Bahn, der Ausbau von Velorouten und der Radverkehrsinfrastruktur insgesamt, die Stärkung von Bus und Bahn, beispielsweise die Reaktivierung der WLE-Trasse . Wichtig ist zudem eine Weiterentwicklung der Stadtteile. Angesichts des Bevölkerungswachstums benötigen wir einen Ausbau der Infrastruktur mit Kitas, Schulen, Sporteinrichtungen und Stadtteilzentren. Wichtig ist eine Weiterentwicklung der Stadtteile mit den Menschen, wie es die Stadtteilentwicklungsprozesse in Albachten, Amelsbüren, Nienberge, Coerde, Handorf oder Hiltrup-Ost zeigen.  Eine weitere Herausforderung wird der Ausbau schnellen Internets in ganz Münster sein.

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