Münsterland
Flugzeugwrack in Rheine-Wadelheim entdeckt

Mittwoch, 08.10.2008, 08:10 Uhr

Rheine - Bauarbeiter sind im Rheiner Ortsteil Wadelheim auf einem Acker auf die Reste eines deutschen Jagdflugzeugs aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen. Beim Verlegen einer Drainageleitung haben die Arbeiter das Wrack in rund zwei Metern Tiefe entdeckt. Der alarmierte Kampfmittelräumdienst legte die Messerschmitt Me-109 am Mittwoch frei und suchte nach möglichen Munitionsresten. Von dem Wrack gehe jedoch keine große Gefahr mehr aus, teilten die Behörden vor Ort mit.

Vom Flugzeug selber sind nur noch kümmerliche Reste übrig. Nur die beiden Maschinengewehre vom Kaliber 13 Millimeter sind noch relativ gut erhalten. Die sterblichen Überreste des Piloten befanden sich nicht mehr an Bord der Maschine. Fahnenjunker-Unteroffizier Hermann Sauter kam beim Absturz des Flugzeuges am 27. Dezember 1944 ums Leben.

Er hatte sich zuvor einen Luftkampf mit einem amerikanischen Flugzeug über dem Himmel von Rheine geliefert und wurde abgeschossen. Soldaten des nahen Fliegerhorstes bargen ihren toten Kameraden und beerdigten ihn auf einem Friedhof in Rheine.
Der Pilot gehörte zum seinerzeit in Rheine beheimateten Jagdgeschwader JG 27. Das hat Stabsfeldwebel Harald Vogt vom Heeresfliegerregiment 15 in Rheine-Bentlage herausgefunden. Er inspizierte am Mittwoch die Fundstelle. Seit Jahren schon interessiert er sich für die Geschichte der Me 109, kennt fast alle Einzelteile des wohl berühmtesten deutschen Jagdflugzeugs.

Der Rheinenser Karl Gehring hatte kurz nach dem Absturz als damals 16-Jähriger das Wrack mit Hilfe eines Pferdes in einen Bombenkrater gezogen und zugeschüttet. So geriet die Geschichte in Vergessenheit – bis Bauarbeiter das Flugzeug wiederentdeckten. An die dramatischen Ereignisse im Dezmeber 1944 kann sich Karl Gehring noch gut erinnern.

Er war während des Absturzes im Stall auf dem elterlichen Hof, als er einen lauten Knall hörte. Kaum 50 Meter entfernt war das deutsche Flugzeug niedergegangen. „Der Acker war ein einziges Flammenmeer“, erinnert sich der heute 80-Jährige an das Inferno.

Der Pilot sei aus der Maschine hinaus geschleudert worden. Wenige Meter neben der Maschine habe er brennend gelegen. „Ich habe ihn gelöscht. Aber er war schon tot“, erzählt Gehring unserer Zeitung.

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