Münsterland
Caritas wirbt für soziale Manieren

Mittwoch, 25.02.2009, 18:02 Uhr

Münster - Das kommt Caritas-Direktor Heinz-Josef Kessmann nicht in die Tüte: Bemerkungen des JU-Vorsitzenden Philipp Mißfelder , der die Erhöhung von Hartz-IV-Sätzen als einen „ Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie“ bezeichnet hatte.

„Offenbar gehört es in bestimmten Kreisen immer noch zum politischen Stil, sich mit abfälligen Bemerkungen über Arbeitslosengeld-Empfänger einen schnellen Erfolg zu versprechen“, sagte Kessmann am Mittwoch vor Journalisten. Anlass war die Auftaktveranstaltung der Caritas zum Jahresthema „Soziale Manieren für eine bessere Gesellschaft“ im Bistum Münster, bei der sie Respekt für Menschen am Rande forderte und dafür an ihre Helfer Papiertüten mit der Aufschrift „Respekt. Alles andere kommt mir nicht in die Tüte“ verteilte.

Sie sollen zur Diskussion anregen und die Caritas-Helfer vor Ort anstiften, Kontakte zwischen Politikern und Menschen am Rand herzustellen. Denn: „Dann würde auch ein Vorsitzender der JU seine Forderungen anders formulieren“, meinte Kessmann. Vielleicht würde dann respektvoller mit Menschen umgegangen, „die nicht dem Ideal der Spaßgesellschaft entsprechen, sondern deren Lebensgefühl vor allem Trauer und Hoffnungslosigkeit prägen“.

In die Tüte hinein kommen soll also Aufmerksamkeit für Menschen, deren Probleme sich über längere Zeit angehäuft haben: Arbeitslosigkeit, Trennung, Verlust der familiären Bindungen, Schulden, Krankheit, Obdachlosigkeit. Um etwa Kinder aus Hartz-IV-Familien vor Arbeitslosigkeit zu bewahren, müsste bewusst in ihre Bildung investiert werden. Ansonsten gehe der Kreislauf immer wieder von vorne los.

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