Münsterland
Erster Westfälischer Stiftungstag: Gemacht für die Zukunft

Freitag, 06.03.2009, 18:03 Uhr

Münster - Die Anfangsidee entstand aus der Krankheit seiner Frau heraus: eine Art Pfadfinder fürs Internet zu ersinnen, der Antworten gibt auf medizinische Fragen, bei dem man auch Gutachten bestellen kann. „Meine Frau hatte ein Dünndarm-Karzinom, ei­ne extrem seltene Krankheit“, berichtet Walter Lucas . Nächtelang habe sie sich auf ihrer Recherche durchs Netz gear­beitet. „Und das müsste einfacher gehen.“

Todkranken Menschen Informationen zugänglich zu ma­­chen, also, dazu beizutragen, dass das Umfeld in Krankenhäusern angenehmer wird sowie ergänzende, auch alternative medizinische Verfahren zu fördern: Das ist tatsächlich nur ein Bereich, dem sich die 2007 gegründete Claudia-Lucas-Stiftung widmet. Ein weiterer ist einer, der Lucas` beiden Töchtern, ebenfalls Stifterinnen, aus beruflichen Gründen sehr am Herzen liegt.

„Pädagogische Projekte in Schule und Ausbildung“, umreißt Kira Claßen , die selbst Geschichte und katholische Theologie auf Lehramt studiert. Begeistert erzählt die 22-Jährige von einem Projekt in Münster-Kinderhaus, über das sie kürzlich eine Hausarbeit geschrieben hat: eines, in dem sozial schlecht gestellte Kinder mit Starterkits unterstützt werden.

In diese Richtung werden sie wohl unter anderem gehen, die Projekte , die die junge Stiftung anschieben und fördern wird. Diverse Wünsche, verrät Walter Lucas, seien bereits an ihn herangetragen worden. Doch wollten er, seine Töchter und die beiden anderen Gründer, Christian Stanitzeck aus Münster und Gustav Deiters aus Ibbenbüren, die Inhalte selbst formulieren: „Wir sammeln noch“.

Dass da eine Menge Arbeit auf sie zukommen wird, in den kommenden Jahren, das sei ihnen durchaus bewusst gewesen, betont auch die 18-jährige Kim Lucas. „Uns ist nach der Krankheitsgeschichte unserer Mutter wichtig gewesen, etwas zu verändern und zu bewegen.“

Sich zu vernetzen mit Privatleuten und Institutionen, andere durch das eigene Engagement vielleicht selbst für den Stiftungsgedanken zu gewinnen, das erhofft sich Walter Lucas von diesem Einsatz. Er könnte sich vorstellen, die überschaubaren Mittel der Stiftung - das Kapital beträgt 50.000 Euro - durch Spenden und Charity-Veranstaltungen in den eigenen Räumen, am Hafen etwa, aufzustocken.

„Unsere ersten Schritte in diesem Jahr sind erst mal, Mitstreiter zu finden, Projekte anzustoßen und Gelder ein­ zu werben“, so Lucas. Für ihn wichtig ist dabei der Familienzusammenhalt - und dass seine beiden Töchter bei ihrer Arbeit von erfahrenen Geschäftsleuten unterstützt werden. Ein Engagement, das zwar erst am Anfang steht, aber für die Zukunft gemacht ist.

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