Münsterland
Erste Skizzen für vierspurige Warendorfer Straße

Samstag, 09.05.2009, 07:05 Uhr

Münster - Es ist bislang nur eine Planskizze , aber die politische Debatte hat längst eingesetzt. Der Landesbetrieb Straßen NRW möchte im kommenden Jahrzehnt - nach der Fertigstellung der Umgehungsstraße - auch die Warendorfer Straße bis zur Stadtgrenze ausbauen. Autofahrer könnten dann vom Autobahnkreuz Münster-Süd vierspurig und ampelfrei bis Handorf durchfahren.

Handorf wäre auf der ausgebauten Bundesstraße 51 „die erste Abfahrt nach Münster“, so der Straßenplaner Christian Schulze-Erdel auf Anfrage unserer Zeitung. Alle Anbindungen dazwischen, etwa Pleistermühlenweg und Hugerlandshofweg, würden wegfallen. Langfristig strebt die Behörde eine vierspurige Bundesstraße 51 bis Telgte an.

Eine komplett neue Verkehrssituation würde sich nach diesen Überlegungen am südlichen Ortseingang von Handorf ergeben. Die bisherige Kreuzung würde durch zwei Brücken und vier Rampen ersetzt werden. Zwei Brücken deshalb, weil der Landesbetrieb den Alten Mühlenweg gern in westlicher Richtung verschwenken möchte. Hier liegt das Straßenniveau etwas tiefer, sodass das erforderliche Brückenbauwerk nicht so weit in den Himmel ragen würde.

Gleichwohl stellt Schulze-Erdel noch einmal klar: „Wir reden hier über eine erste Skizze, nicht über einen fertigen Entwurf.“ Der Handorfer CDU-Ratsherr Josef Rickfelder begrüßt den vierspurigen Ausbau, fügt aber auch hinzu, dass es einen erheblichen Spielraum gebe. „Die Weseler Straße sei auch vierspurig.“ Das Projekt müsse ja nicht gleich die Dimension einer Autobahn haben.

Apropos Autobahn: Alfons Katzer von der Bürgerinitiative Mauritz, die für einen besseren Lärmschutz an der Umgehungsstraße kämpft, fühlt sich in seinen Vorbehalten bestätigt. Nach dem Ausbau werde die B 51 zu einer „Autobahn hochgestuft“. Der Landesbetrieb solle mit offenen Karten spielen, weil bei einem Autobahnbau „Anspruch auf einen besseren Lärmschutz“ bestehe. Sprich: Alfons Katzer fordert seit Jahren eine Tunnellösung in Mauritz.

Angesichts dieser Kritik warnt Stefan Weber, verkehrspolitischer Sprecher der CDU , davor, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Im Detail könne man noch vieles verbessern, im Grundsatz stehe aber außer Zweifel, „dass die verkehrliche Anbindung Münsters an das östliche Münsterland unbefriedigend ist“.

Wolfgang Heuer, Vorsitzender des Planungsausschusses und Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, macht unterdessen den Kompromissvorschlag, drei statt vier Fahrspuren zu bauen: „Wie auf der B 54 zwischen Münster und Steinfurt.“

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