Münsterland
OFD: Neubau statt Sanierung?

Mittwoch, 16.12.2009, 19:12 Uhr

Münster - Eigentlich galt eine Sanierung der schadstoffbelasteten Oberfinanzdirektion (OFD) allenthalben als beschlossene Sache. Doch jetzt könnte sich eine spektakuläre Kehrtwende anbahnen: Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes prüft seit einiger Zeit ernsthaft die Möglichkeit eines Neubaus für die Oberfinanzdirektion.

Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte BLB-Chef Markus Vieth . „Wir sind in der Phase, wo wir beide Alternativen gegenüberstellen.“ Eine endgültige Entscheidung sei aber bislang noch nicht gefallen, hieß es weiter.

Hintergrund für die neuen Überlegungen: Möglicherweise sei es sinnvoller, in einen Neubau zu investieren, als 50 Millionen Euro oder mehr für eine Sanierung des alten Bürokomplexes auszugeben. Denn fest steht: Nur mit einer hohen zweistelligen Millionensumme kann das Gebäude an der Andreas-Hofer-Straße überhaupt saniert werden - zu Details will sich BLB-Chef Vieth indes nicht äußern.

In den Büroräumen waren bekanntlich bei einer Überprüfung erhöhte Werte des giftigen und krebsauslösenden Schadstoffs PCB festgestellt worden. Polychlorierte Biphenyle waren nach Vieths Worten als Weichmacher in den Dehnungsfugen verwendet worden. „Von dort dünsteten sie in die Büroräume hinein.“

Sofortiger Handlungsbedarf, also die Räumung der Büros, bestand nach Einschätzung der Landesbauverwaltung nicht. Es sei nur der unterste Schwellenwert für PCB überschritten worden. „Aber wir müssen mittelfristig etwas machen“, erklärt Vieth.

Darauf setzt im Übrigen auch die Personalvertretung der OFD. „Die Schadstoff-Belastung ist nun mal vorhanden“, betont deren Personalratsvorsitzender Peter-Michael Jung. „Wir hoffen auf eine Entscheidung bis Ende Januar.“ Neben den fast 390 Mitarbeitern der Oberfinanzdirektion sind weitere rund 260 Mitarbeiter verschiedener Dienststellen der Finanzverwaltung in dem Gebäude im Osten der Stadt untergebracht.

Gleich wie die Entscheidung zwischen Sanierung und Neubau letztlich ausfällt: Am OFD-Standort Münster soll in keinem Fall gerüttelt werden. Oberbürgermeister Markus Lewe sagt, er habe schon im Vorfeld mit NRW-Finanzminister Helmut Linssen über die Angelegenheit gesprochen - und dabei die eindeutige Zusicherung bekommen: „Münster bleibt Standort der OFD.“

Natürlich, so sagt Lewe weiter, werde die Stadt Münster alles unternehmen, um beim Thema OFD behilflich zu sein - was natürlich auch die Suche nach einem Grundstück einschließe. Zwei vorhandene Flächen des Bau- und Liegenschaftsbetriebs im Zentrum Nord etwa sind für einen Bürokomplex in der benötigten Größenordnung nämlich zu klein, so BLB-Chef Markus Vieth.

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