Münsterland
Stilles Strahlen und Knalleffekte

Sonntag, 29.08.2010, 15:08 Uhr

Senden - Petrus kommt aus Senden oder ist zumindest ein großer Fan des Lichterabends . Hätte er sonst - angesichts der aktuellen Wetterkapriolen im Münsterland - eigens für diesen Abend eine Verschnaufspause eingelegt und einen lauen Sommerabend den Sendener spendiert? Wohl kaum.

So lohnte es sich auch in diesem Jahr wieder, in den Bürgerpark zu gehen, wo über 13 000 Lichtbecher den Parcours säumten. „Vor acht Monaten starteten wir in die heiße Phase der Planungen“, berichtete Ira Middendorf vom Sendener Kulturamt. Gemeinsam mit Amtsleiter Günter Melchers und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern stellte das Kulturamt erneut ein attraktives Programm auf die Beine - ein würdiges Finale der Sommerferien eben. Und fast bis zuletzt eine Zitterpartie wegen des Wetters.

Am Ende sollte der Mut belohnt werden, auch wenn die Zahl der Besucher offenbar geringer ausfiel in manchen Vorjahren. „Wir sind froh, dass wir doch noch gekommen sind“, fasste ein Pärchen aus dem Süden Münsters den ersten Eindruck ihres Besuches zusammen. Die beiden wollten die Fahrt nach Senden ursprünglich vom Wochenendprogramm streichen, weil der Regen lange anhielt.

Das eher stille Fest, bei dem gleichwohl die Bands bis in die Nacht lautstarke Hits spielten, ist für die ganze Familie ein Erlebnis. Staunend und mit großen Augen ließen sie sich gerne von Papa und Mama im Kinderwagen durch den bunt beleuchteten Bürgerpark chauffieren. So ein Event konnte doch niemand einfach so verschlafen.

Traditionsgemäß startete der Musikverein Senden den farbigen Reigen im Schatten der St.-Laurentius-Kirche. Auf dem Teich hinter dem Pastorat warteten die ersten visuellen Höhepunkte des Abends: Die neunte Klasse der Realschule präsentierte dort ihre romantisch-wirkenden Leuchtobjekte, die lautlos über den kleinen Teich gleiten konnten.

Überaus spektakulär wirkte der Beitrag der Kunst- und Kulturinitiative (KuKiS). Sie hatte den Architrav von Karl J. Höffler durch transparent beleuchtete „Geschwister“ ergänzt.

Kreative Akzente setzten auch die Lumianer, fantasiereich geschmückte und beleuchtete Stelzenfiguren wie von einem anderen Stern. Ihr Spaziergang durch den Park bot den anwesenden Hobbyfilmern und Fotografen so manches weiteres pittoreske Motiv.

Viel Applaus erntete ebenso die Künstlerin Lucy Lou auf der Obstwiese im Bürgerpark. Sie verband Akrobatik und Feuer zu einer fulminanten Late-Night-Show.

Etwas Besonderes erwartete die Besucher am Sendener Schloss. Einen gesamten Gebäudekomplex hatte die Sendener Kunstschule per Video-Installation in einen überdimensionalen Kachelofen verwandelt. Wie in einem Ofen loderten die Flammen aus den Fenstern.

Auch in diesem Jahr ließen sich hier wieder „Nordlichter“ sehen. Gleich mit acht Pferden reisten die Reiterinnen vom Dülmener Island-Pferdegestüt Borgarstadur an, um mit Lichterketten und Leuchtdioden geschmückt ebenfalls am Lichterabend teilzunehmen.

Eigens einen roten Teppich rollte das Team des Cabrio-Bades den Besuchern aus. Flammenschalen und Scheinwerfer zeigten den Weg zur Liegewiese. Neben Romantikern kamen hier auch die Freunde historischer Autos auf ihre Kosten. Zwischen den bunt beleuchteten Bäumen warten zahlreiche „Enten“ französischer Bauart auf die neidische Blicke der Autofans.

Krönendes Finale war das Feuerwerk am Rande des Cabrios. Eine Viertelstunde lang zeigten die Pyrotechniker bei der Inszenierung ihr Können, wie Raketen und Musik in Einklang gebracht werden können.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/161120?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F599437%2F599450%2F
Umgestürzte Bäume: Zug in Roxel beschädigt - IC-Fahrt endete bei Rheine vorzeitig
Sturm „Victoria“: Umgestürzte Bäume: Zug in Roxel beschädigt - IC-Fahrt endete bei Rheine vorzeitig
Nachrichten-Ticker