Münsterland
David gegen Goliath - Nordwalder will Gasbohrungen verhindern

Freitag, 19.11.2010, 08:11 Uhr

Nordwalde - Mathias Elshoff ist eher ein ruhiger Vertreter seiner Zunft. Doch wenn es um seine Heimat und womöglich noch um seinen Betrieb geht, dann wird der Bäckermeister unruhig. Seit das Unternehmen Exxon Mobil Mitte September angekündigt hat, in der Nordwalder Bauerschaft Scheddebrock nach Erdgas bohren zu wollen, lässt das Thema den 42-Jährigen nicht mehr los.

Vor drei Wochen gehörte er zu den Mitbegründern der Interessengemeinschaft „Gegen Gasbohrungen im Scheddebrock“. Und seitdem sind fast täglich Fernsehender, Radiostationen oder Agenturen am Telefon, die einen Beitrag über ihn und seine Mitstreiter bringen wollen.

Was Elshoffs Problem ist? Bei vergleichbaren Bohrungen hat es in den USA durch den Einsatz von Chemie massive Umweltschäden gegeben. Un­ter anderem war das Grundwasser belastet. Und ausgerechnet unter Nordwalde verläuft der Münsterländer Kiessandzug, der zwischen Beckum und Rheine als Trinkwasserreservoir für die Region fungiert. Elshoff: „Wenn hier etwas mit dem Wasser passiert, dann kann ich meine Bäckerei dichtmachen.“ Er weiß aber von Nachbarn, die Exxons Plänen weit weniger kritisch gegenüberstehen: „Die finden das gut und hoffen, dass Nordwalde mit Hilfe der Gewebesteuern von Exxon aus dem Haushaltssicherungskonzept herauskommt.“

Elshoff aber macht weiter: „Dass das so hohe Wellen schlagen würde, hätten wir nicht gedacht“, sagt er im Rückblick auf die vergangenen Wochen. Inzwischen hat sich auch in Borken, wo Exxon ebenfalls bohren will, eine IG gegründet. Gestern hat Exxon verlautbaren lassen, dass sich der Konzern bei seinen Aktivitäten im Münsterland und im Osnabrücker Raum freiwillig von unabhängigen Gutachtern und Experten auf die Finger gucken lassen will. In einer Pressemitteilung besteht das Unternehmen jedoch darauf, dass es „in 100 Gemeinden in Niedersachsen seit Jahrzehnten über 1000 Bohrungen sicher und störungsfrei betreibt“.

Bäcker Elshoff ist davon wenig beeindruckt. Er will wissen, wie hoch die Risiken tatsächlich sind. Und er will erreichen, dass die Gesetzeslage so geändert wird, das für Bohrplätze Umweltverträglichkeitsgutachten erstellt werden müssen. Erste Initiativen dafür meint er in der Politik schon ausgemacht zu haben.

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