Exxon-Gegner demonstrieren gegen Fracking
"Dieser Zustand ist untragbar" - Gelsenwasser-Chef kritisiert Bergrecht

Donnerstag, 07.04.2011, 20:04 Uhr

Nordwalde - Über 300 Gegner der geplanten Erdgas-Förderung im Münsterland sind Donnerstagabend für ihre Ziele auf die Straße gegangen und machten deutlich, dass sie weder Exxon Mobil noch das umstrittene Fracking in der Region wollen.

An der Spitze der Demonstranten marschierte Dr. Manfred Scholle mit, Vorstandsvorsitzender der Gelsenwasser AG, der später auch ans Mikrofon trat: Warum können in Nordrhein-Westfalen nicht alle Parteien gegen Fracking eintreten, wie das in Baden-Württemberg geschehen ist. Alles, was im Moment im Positiven passiert, ist freiwillig und nicht vom Gesetz gefordert. Und das geht meiner Ansicht nach überhaupt nicht mehr.“

Scholle kritisierte, dass sein Unternehmen für die Erneuerung des Wasserrechtes eine Umweltverträglichkeitsprüfung in Auftrag gegen müsse, während das bei der geplanten Gasförderung nicht vorgeschrieben sei: „Dieser Zustand ist untragbar.“ Er forderte stattdessen eine Umweltverträglichkeitsprüfung, denn „es geht um die Zukunft unserer Kinder“.

Vom Platz hinterm Heimatmuseum aus hatte sich der Zug über den Krankenhausweg und die Emsdettener Straße auf den Weg zum Rathaus gemacht mit dem Slogan: „Exxon go home - no Fracking“.

Mathias Elshoff, Sprecher der Nordwalder „Interessengemeinschaft gegen Gasbohren“ (IGGG) sprach von einem „Aufstand in Westfalen“ und bekräftigte: „So kann man mit uns nicht umgehen.“

Jörn Krüger , ebenfalls von der IGGG, blickte auf die vergangenen sechs Monate zurück, und bezichtigte Exxon Mobil, mehrfach gelogen zu haben. „Tausende Tonnen, teils hochgiftiger Chemikalien kommen zum Einsatz. An mehreren Orten wurden schon Benzol und Quecksilber in Boden, Luft und Wasser gefunden.“ Inzwischen seien in einigen Staaten teilweise oder vollständige Fracking-Verbote in Vorbereitung. Die deutschen Behörden im Blick kritisierte Krüger, dass diese regelmäßig aus den Lobby-Magazinen der Öl- und Gasbranche zitierten und die zuständigen Minister Röttgen und Brüderle das völlig in Ordnung. fänden. Seine Hoffnung richtete er deshalb auf einen anderen Aspekt: „Zehn Jahre solle es noch dauern, bis im besten Fall mit der Förderung begonnen werden kann. In zehn Jahren sollten wir weitgehend unabhängig sein von fossilen Energieträgern.

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