Der kickende Bürgermeister
Rathauschef Kellermeier spielt in exklusiver Nationalmannschaft

Freitag, 05.08.2011, 05:08 Uhr

Recke - Ein Kopfballungeheuer ist er nicht. Nicht mit 1,76 Metern. Aber Biss hat er, der Mann aus dem defensiven Mittelfeld: Eckhard Kellermeier (46) spielt gerne Fußball. Kickt in der Nationalmannschaft. Der Fußball-Nationalmannschaft der Bürgermeister. Für Fußball schlägt sein Herz, auch wenn es nur nebenbei ist: Seine Brötchen verdient der Verwaltungsfachmann als gewählter Bürgermeister in Recke.

CDU steht im Parteibuch. Was Kellermeier nicht hindert, am liebsten links zu spielen. Ganz gefährlich: Der Mann kanns mit beiden Füßen.

Fußball, das ist Hobby, Spaß und Ausgleich zum Büro. Aber wenn der drahtige Blonde für die Bürgermeister-Nationalmannschaft im offiziellen DFB-Trikot aufläuft, wenn „Einigkeit und Recht und Freiheit“ gespielt wurde, dann ist er ehrgeizig und will gewinnen. „Fußball kann man nicht nur schön spielen. Manchmal muss man auch arbeiten,“ sagt er. Die Grätsche - aber immer fair auf den Ball - kann er. „Mich mit dem Ball bewegen, das macht mir Spaß!“ So war´s schon immer bei Kellermeier.

Er kann kicken: Mit acht Jahren startet er in der E-Jugend des SV Germania Schale (einem Dorf bei Hopsten). Sein Aufstieg bis heute in die Reihen der Alten Herren des TuS Recke hat er angereichert durch etliche Jahre in der Bezirksliga. Und auch als Trainer hat er der Jugend lange gezeigt, wie es geht.

Wie schnell er die 100 Meter läuft, weiß er nicht. Aber „flink und flott bin ich wohl. Und 90 Minuten schaffe ich auch“, sagt Kellermeier über Kellermeier. Das kam gut an beim Vorspielen für die Nationalmannschaft der Bürgermeister: In dem 20-Mann-Team darf nicht jeder mitspielen. Reckes fitter Bürgermeister (er kickt übrigens mit dem Segen des Gemeinderates) hat 2010 bei seinem ersten Länderspiel in Rastatt (Baden-Württemberg) zum Auftakt schon viel Spaß gehabt: Sein Team fegte die Squadra Azzura vom Platz. 6:2 gegen Italien. Super-Einstand. Es folgte eine Länderspiel-Reise zur WM nach Südafrika mit drei offiziellen Spielen. Im Herbst in Südtirol konnte Eckhard Kellermeier nicht dabei sein, schließlich ist er ja auch noch Bürgermeister. Und Urlaub gibt es nicht unbegrenzt. Urlaub? Ja, wenn Kellermeier für Deutschland ins Trikot schlüpft, nimmt er frei. Und er zahlt seine Reisen auch selbst. Deshalb hat er ab und an seine treuesten Fans dabei: Frau Iris und die drei Jungs sind häufiger im Stadion, wenn Papa für Deutschland spielt.

„Es ist eine tolle Truppe, alles passt gut zusammen“, Mannschaftsgeist haben sie, die 20 Rathauschefs aus acht Bundesländern. Den brauchten sie auch, denn fußballerisch hat die Nationalmannschaft der Bürgermeister kürzlich eine dicke Klatsche kassiert: Mit einem vernichtenden 0:9 gegen ein Team aus DFB-Funktionären ging ein Vorbereitungsspiel aus. Ärgerlich.

Ausgleichen konnte er die Schlappe bei einer einwöchigen Fußballreise nach Israel im Mai. Zwei Spiele, zwei Siege, sein erstes Tor: „Ein Konter über links, ich hab den Ball gefordert, halbhoch bekommen und mit links das Ding gemacht“, sagt Kellermeier - es war ein schönes Tor.

Mit dem Adler auf der Brust will der kickende Bürgermeister auch in Zukunft über die Rasenplätze in Europa flitzen: Schon am 24. September (ein Samstag) gibt es den ewigen Knüller Deutschland - Holland.

Das wird quasi ein Heimspiel: Die bürgermeisterlichen Nationalmannschaften treffen sich im Fürstenbergstadion in Recke. Da wird Eckhard Kellermeier, der eher Vorbereiter als Stürmer ist, der Ecken- und Freistoß-Experte, zeigen, was in ihm steckt: Beidfüßig, am liebsten über links. Ganz gefährlich. . .

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