Restauration der Bischofskirche
Architektin Monika Göddeker im Dauereinsatz am Dom

Freitag, 28.10.2011, 20:10 Uhr

Münster - Monika Göddeker hat keine Zeit. Monika Göddeker ist auf dem Sprung. Monika Göddeker muss dem Dom zu Münster zu neuem Glanz verhelfen. Damit auf der Großbaustelle, die der Bischofssitz ab Mittwoch sein wird, jeder weiß, wann er wo was zu tun hat, eilt sie von Termin zu Termin. Denn Monika Göddeker, Architektin des Büros Hülsmann in Münster, muss dafür sorgen, dass in kommenden Jahr im Dom alles klappt.

Am 3. November wird der Dom für über ein Jahr geschlossen und erst - wenn alles gut läuft - am ersten Advent 2012 wieder für die Gläubigen geöffnet. Zehn Millionen Euro werden die Reparaturarbeiten des rund 750 Jahre alten Gotteshauses kosten. Vor rund 25 Jahren ist der Dom das letzte Mal so lange geschlossen gewesen, um renoviert zu werden. „Wenn, dann richtig“, sagt Bauleiter Heinz-Wilhelm Elpers über die lange Zeit, die die Gläubigen ohne ihren Dom auskommen müssen.

Allein die Gerüstbauer werden mindestens sechs Wochen damit beschäftigt sein, das Innere so vollzustellen, dass die Arbeiter problemlos auch das letzte Eckchen erreichen können.

Dombaumeister Georg Wendel erklärt, warum die Sanierung des Doms eine Aufgabe von einem anderen Kaliber ist als der Bau eines Pfarrheims: „Das ist die Bistumskirche, die eine Sinnform und keine Zweckform hat.“ Der Dom diene dem Lobe Gottes. Ihn zu erhalten und zu pflegen, sei eine herausragende Aufgabe. Monika Göddeker sagt zu ihrer Arbeit: „Der Dom ist kein DIN-konformer Bau. Dieses Bauwerk flößt mir eine Menge Respekt ein.“ Täglich ist sie mindestens zwei Stunden in der Bischofskirche - und selten vergeht ein Tag, an dem sie keine Überraschung erlebt. Etwa ein kleines Zeichen im Baumberger Sandstein, das ein Steinmetz eingeritzt hat.

So werden sie und die Arbeiter vor bösen Überraschungen nicht gefeit sein. „Wir planen und dann holt uns die Wirklichkeit ein“, sagt die Architektin. Doch anders als bei dem Dach, auf dem kaputte Kupferplatten zu einem Baustopp geführt hatten, setzen die Verantwortlichen aus dem bischöflichen Bauamt darauf, dass im Inneren alles ohne Verspätungen hinhaut. Bis zu zehn Stunden am Tag - außer am Sonntag - soll dort nach Elpers Worten gearbeitet werden. Und wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, würden es halt mehr werden. Aber der Bauleiter wirkt entspannt. Die bis zu 40 Handwerker, die auf der Baustelle arbeiten, werden „von Wind und Wetter unabhängig sein“, sagt er.

Damit Gemälde, Bronzetafeln und Figuren nicht zu Schaden kommen, lässt das Bistum sie auslagern. Wohin, wollen die Mitarbeiter der Abteilung Bauwesen nicht verraten. Was sich nicht einfach wegschaffen lässt, wie die Wandaltäre, die Klais-Orgel, die Christophorus-Statue, der Bürensche Epitaph-Altar und die Astronomische Uhr, bekommt eine staubdichte Verkleidung. Ob es ruhiger wird, wenn die Domtüren erst mal verschlossen sind? Monika Göddeker, auf die schon wieder jemand wartet, sagt: „Ich hoffe nicht.“ Ohnehin sei die Arbeit am Dom kein Stress. „Das ist Leidenschaft“, sagt sie lachend und läuft los.

Monika Göddeker will es nicht anders.

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