Neues Kirchliches Finanzsystem
Evangelische Kirchengemeinde gehört zu den Piloten für die neue kirchliche Finanzrechnung.

Sassenberg -

Das neue Jahr bringt für die evangelische Kirchengemeinde einen gravierenden Wechsel, denn das Finanzsystem wird umgestellt. Die Sassenberger gehören dabei zu den drei Pilotkirchengemeinden in NRW, die ihren Haushalt als erste nach dem neuen kirchlichen Finanzsystem (NKF) aufstellen müssen.

Freitag, 30.12.2011, 18:12 Uhr

„Bislang hatten wir nichts mit Abschreibungen zu tun, aber die Gebäude werden älter, und für die Sanierung müssen nun Gelder ausgewiesen werden“, erklärt Pfarrer Michael Prien . Eine Folge ist, dass der Haushalt zum ersten Mal nicht ausgeglichen werden kann. „Wir mussten etwas aus der Rücklage nehmen“.

„Das NKF bringt mehr Klarheit und Wahrheit“, verspricht sich Michael Koch , Leiter der Projektkreises NKF, eine ganze Menge von der Umstellung. Denn jetzt werde auch das Sachanalagevermögen berücksichtigt. Die Abschreibung koste keine Geld, sondern stelle nur die Wertminderung dar. „Das ist so ähnlich wie bei einem Auto, da muss ich mir auch überlegen, ob ich die Abschreibung aufbringen will, um mir später wieder ein neues kaufen zu können.“

Für Michael Prien ist es dennoch keine leichte Situation, denn „man lebt von der Substanz“. In der bisherigen kameralistischen Rechnung gab es keine Rückstellungen, aber auch keinen langfristigen Blick in die Zukunft. „Die Umstellung macht das schon sichtbarer. Der Weitblick wird geschärft.“ Allerdings sei die finanzielle Zukunft nicht sehr rosig. „Momentan haben wir eine Seitwärtsbewegung, aber auf längere Sicht schlägt der demografische Wandel in die Kasse“, weiß Prien.

Letztlich tragen die heutigen Kirchengemeinden die Folgen des Baubooms der 60er und 70er Jahre, denn damals seien die Folgekosten nicht berücksichtigt worden. „Das fällt jetzt auf uns zurück. Im Ruhrgebiet sind schon viele Gebäude geschlossen oder sogar abgerissen worden“, berichtet Michael Prien.

„Es ist natürlich erstmal nicht alles toll“, gibt Martin Koch zu, aber es gebe keine Alternative. Es werde jetzt auf EKD-Ebene für Nordrhein-Westfalen die doppische Haushaltsführung erarbeitet. „Die Ideen von den Piloten werden aufgenommen, alles soll auf die Kirchengemeinden abgestimmt sein“, verspricht Koch.

Das hilft Pfarrer Prien zurzeit noch nicht, denn der negative Haushalt belastet ihn. Die Eröffnungsbilanz sei in den letzten Wochen erstellt worden, das sei viel Arbeit für die Verwaltung gewesen. „Wenn ich die Rückstellungen erbringen muss, dann ist das ein hoher Faktor, der bei 19 000 Euro liegt.“ Die müssen zum Glück für die Kirchengemeinde aber in 2012 noch nicht aufgebracht werden, denn sonst läge das Defizit bei rund 25 000 Euro. Es bleiben aber 6000 Euro Defizit bedingt furch die erhöhte Bauunterhaltung, die sich am Standard des sozialen Wohnungsbaus orientiert und um 50 Prozent erhöht wurde. Bei rund 3000 Gemeindegliedern, für die es eine jährliche Pro-Kopf-Zuweisung von genau 53 Euro gibt, sind diese Summen nicht so leicht zu stemmen.

Nachbesserungsbedarf sieht Pfarrer Prien bei der AFA (Aufwand für Abschreibungen). Hier müsse geprüft werden, welcher Weg eingeschlagen werden soll. „Wir können nicht die 19 000 Euro in voller höhe einsetzen.“ Schon die nun aufzubringende Summe von 6000 Euro werde auf Dauer die Rücklage aufzehren. „Dann würde unser Sparbuch geplündert.“

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