„Trend ins Zentrum stärken“
IHK Nord Westfalen fordert Schließung von Lücken bei der Landesplanung für den Einzelhandel

Münster -

Appell aus der Region an die nordrhein-westfälische Landesregierung: Die ungebremste Ansiedlung von großflächigem Einzelhandelsflächen müsse gestoppt werden, verlangte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen gestern in einem in Münster vorgelegten Forderungskatalog.

Mittwoch, 18.01.2012, 13:01 Uhr

„Trend ins Zentrum stärken“ : IHK Nord Westfalen fordert Schließung von Lücken bei der Landesplanung für den Einzelhandel
Die Münster-Arkaden sind ein gutes Beispiel dafür, wie ein zentrales Einkaufszentrum eine Innenstadt attraktiver machen kann. Foto: Gunnar A. Pier

„Innenstädte und Stadtteilzentren müssen gezielt gestärkt werden“, betonte der Vorsitzende des IHK-Handelsausschusses, Michael Radau . Auf der grünen Wiese solle der Einzelhandel mit zentrenrelevanten Sortimenten – zum Beispiel Textilien und Güter des täglichen Bedarfs – möglichst ausgeschlossen werden, so Radau. „Die Zeit, als Discounter in Gewerbegebieten oder am Stadtrand angesiedelt wurden, sollte endgültig vorbei sein.“

Hintergrund der Befürchtungen der Kammer ist das Auslaufen des Landesentwicklungsprogramms (LEPro) zum Jahresende 2011. „Das heißt aus unsrer Sicht, dass es nun keine Grundsätze mehr gibt, an die sich Kommunen halten müssen“, skizzierte Radau die Ängste der Branche. Durch ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster zum Factory Outlet Center EOC in Ochtrup war das LEPro schon zuvor aufgeweicht worden.

„Ein Gesamtkonzept für die Region ist wichtig“, machte IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer deutlich. Kein noch so groß angelegtes Stadtmarketing-Konzept könne einen gut funktionierenden innerstädtischen Handel ersetzen, erklärte Hüffer. „Der Handel ist somit ein wichtiger Faktor für die Attraktivität der Städte“, so der Kammerpräsident.

Es gebe zwar eine Tendenz, den Handel wieder im Zentrum der Städte und den Stadtteilzentren zu konzentrieren. „Dieser Trend muss gestärkt werden“, fasste der für Handel zuständige IHK-Geschäftsführer Jens von Lengerke die IHK-Forderungen zusammen.

Eine klare Absage erteilte Kammerpräsident Hüffer der Absicht der NRW-Landesregierung, die Ladenöffnungszeiten wieder einzuschränken. „Wir wollen weiterhin von montags bis samstags eine unbegrenzte Ladenöffung“, so Hüffer. Außerdem solle die Regelung von vier verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr nicht angetastet werden. Eine späte Ladenöffnung biete nicht nur dem Händler Vorteile. „Auch für Arbeitnehmer kann die Arbeitszeit am Abend attraktiv sein“, betonte der IHK-Präsident.

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