Pläne für die Trasse
Bahnroute Münster–Enschede soll zur Stromstrecke werden

Münsterland -

Euregio-Bahn heißt die Regionalbahn (RB) 64 aus gutem Grund, verbindet sie doch Münster mit Enschede und damit Deutschland mit den Niederlanden. Rund 8300 Fahrgäste fahren täglich auf der Strecke. Nach den drei sprichwörtlich zugkräftigen Linien Münster– Rheine, Münster– Essen und Münster–Hamm gehört sie zu den  meistgenutzten Verbindungen in der Regi­on. Da die Nachfrage auf dieser Strecke das Angebot bei Weitem übersteigt, und das Problem nicht durch einen zusätzlich angehängten Wagen zu lösen ist, denkt der Zweckverband Schienen-Personen-Nahverkehr Münsterland (ZVM) als Auftraggeber über den Ausbau nach.

Mittwoch, 15.02.2012, 06:02 Uhr

Pläne für die Trasse  : Bahnroute Münster–Enschede soll zur Stromstrecke werden
Noch rollen Diesel-Triebwagen von Münster nach Enschede. Der ZVM möchte dort demnächst leistungsstärkere E-Loks einsetzen. Foto: Wilfried Gerharz

Die Idee: die eingleisige Dieselstrecke unter Strom setzen. „Wir könnten dann dort Geräte fahren, die mehr Fahrgäste auf einmal befördern können“, bestätigt Geschäftsführer Michael Geuckler auf Nachfrage.

Klingt irgendwie einleuchtend – und auf den ersten Blick einfach. Die Geschichte hat allerdings mehr als ein Aber. Derzeit fährt die Deutsche Bahn AG die 65 Kilometer zwischen den beiden Oberzentren. Mit Triebwagen, die „Talent“ heißen und von de­nen drei hintereinandergehängt werden. 160 Meter lang ist ein derart gekoppeltes Gefährt – genauso lang wie ein deutscher Bahnsteig.

Ungefähr 400 Fahrgäste fasst ein solcher Zug. Auf der Strecke zwischen Münster und Enschede ist das zu wenig. Ein vierter Triebwagen aber darf nicht angekoppelt werden; die Gesamtlänge des Zuges überträfe dann die des Bahnsteigs. Die Lösung: Wäre zum Beispiel der Einsatz von Doppelstock-Wagen. „600 Fahrgäste passen in so ei­nen Zug“, erklärt Markus Rümke, der bei der ZVM für die Angebotsplanung zuständig ist.

600 Fahrgäste passen in so ei­nen Zug

Markus Rümke, ZVM

Doppelstock-Wagen brauchen jedoch einen E-Lok-Antrieb. Nun hängt man nicht mal eben so einen Stromdraht über ein Gleis . So etwas ist kompliziert – und teuer. Wie teuer, kann niemand genau sagen. Bei der DB Netz, der Bahn-Tochter, der fast das gesamte deutsche Schienennetz gehört, ist von „etlichen Millionen Eu­ro“ die Rede.

Kenner sprechen von „bis zu 50 Millionen Euro für die 65 Kilometer“. Die DB-Netz steht den Gedankenspielen aus Münster aber nicht ablehnend gegenüber. Ein solcher Ausbau „könnte durchaus profitabel“ sein, machbar sei er sowieso, sagt ein Sprecher in Düsseldorf. Nur müsse der ZVM zusammen mit der Politik vorher sagen, „woher das Geld dafür kommen soll“.

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