Beschäftigte im öffentlichen Dienst legen erneut im Münsterland Arbeit nieder
Die meisten Schüler kommen trotz Warnstreiks am Mittwoch zur Schule

Münsterland - Busse und Bahnen stehen in den Depots, der Müll wird nicht abgeholt und Kindertagesstätten bleiben geschlossen: Die zweite Warnstreikrunde im öffentlichen Dienst hat am Montag in Niedersachsen und Bremen begonnen. Für NRW sind am Mittwoch (21. März) erneut Warnstreiks angekündigt. Darunter sind neben etlichen Kindertagesstätten auch der Busverkehr und die Abfallwirtschaftsbetriebe. Der RVM (Regionalverkehr Münsterland) wird den Schülerverkehr im Münsterland jedoch größtenteils aufrecht erhalten können.

Montag, 19.03.2012, 14:03 Uhr

Beschäftigte im öffentlichen Dienst legen erneut im Münsterland Arbeit nieder : Die meisten Schüler kommen trotz Warnstreiks am Mittwoch zur Sch...
Ein Streikplakat macht auf einen Warnstreik der Bediensteten im öffentlichen Dienst am Montag (19.03.2012) an der Eingangstür zu einer Kindertagesstätte im Rathaus in Hannover aufmerksam. Foto: dpa

Die Hoffnung zahlreicher Schüler, am Mittwoch (21. März) im Bett liegen bleiben zu können, muss Markus Kleymann von der RVM (Regionalverkehr Münsterland ) zerstören, zumindest für den größten Teil der Schüler: „Den wesentlichen Bestandteil des Schülerverkehrs haben wir an Subunternehmer vergeben. Und die streiken ja nicht“, berichtet Kleymann. Von daher werde es im Kreis Steinfurt und im Kreis Warendorf nur vereinzelt Ausfälle bei Schülerbussen geben.

Anders in Münster : Ab Mittwochmorgen 4.30 Uhr bis Betriebsende (Donnerstag, 2 Uhr) kommt es im Linienverkehr zu starken Behinderungen. "Davon kann auch der innerstädtische Schülerverkehr betroffen sein", teilten die Stadtwerke Münster am Montag mit. Da einige Fahrten von Subunternehmen durchgeführt werden, sind die Auswirkungen auf die einzelnen Linien unterschiedlich. Für genaue Informationen verweisen die Stadtwerke auf ihre Internetseite: www.stadtwerke-muenster.de.

Besonders betroffen sind im Münsterland zudem alle sieben SchnellBus-Linien sowie zahlreiche RegioBusse. Welche Fahrten konkret – auch auf anderen Linien – nicht durchgeführt werden, veröffentlicht die RVM über ihre Internetseite www.rvm-online.de.

Gestreikt wird auch bei den Beschäftigten der kommunalen Kindertageseinrichtungen in Ahlen und Münster. Die Eltern betroffener Einrichtungen seien bereits informiert, so die Stadt Münster. Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien hoffe auf die private und familiäre Selbstorganisation der Mütter und Väter und auf gegenseitige Hilfen der Familien. "Für absolute Notfälle werden Lösungen gefunden - hier stehen die Leitungen der Kitas und das Jugendamt in engem Kontakt." Infos gibt es im Internet unter www.muenster.de/stadt/jugendamt.

Auf Beeinträchtigungen sollten sich am Mittwoch zudem Bürgerinnen und Bürger bei der Zulassungsstelle und beim Bürgerbüro einstellen, so die Stadt Münster.

Zu Beeinträchtigungen kommt es weiterhin bei der Müllentsorgung und Straßenreinigung in Ahlen, Bocholt, Ibbenbüren, Münster und Rheine. Ebenso streiken die Beschäftigten in den Hallenbädern, die Schulhausmeister, die Mitarbeiter in den öffentlichen Bibliotheken sowie den bürgernahen Verwaltungsbereichen der Städte Ahlen, Bocholt, Ibbenbüren, Münster und Rheine.

In Münster sind nach Angaben der Stadt die Abfuhrbezirke Mauritz, Loddenheide, Amelsbüren, Albachten, Hiltrup-West und Gremmendorf betroffen. Die Abfallwirtschaftsbetriebe würden versuchen, stehengebliebene Abfalltonnen zu leeren. Betroffene werden gebeten, die Tonnen zur gewohnten Zeit selbst an die Straßen zu stellen. "Ansonsten können Restabfälle bei der Abfuhr in Säcken und Papier neben die Tonne an die Straße gestellt werden", heißt es in der Pressemitteilung weiter. Sie sollten gebündelt und gut verpackt sein.

Die Straßenreinigung fällt nach Angaben der Stadt Münster am Mittwoch aus, die Recyclinghöfe und das Entsorgungszentrum in Coerde bleiben geschlossen.

Fragen beantworten die AWM unter der Rufnummer 0251/605253.

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Verdi plant die ganze Woche bundesweit massive Warnstreiks , um den Druck auf Bund und Kommunen in den laufenden Tarifverhandlungen zu verstärken. Verdi-Chef Frank Bsirske drohte zum Auftakt der zweiten Protestwelle mit einem großen Arbeitskampf. Den wolle man starten, falls die Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen nicht einlenkten. "Die Signale sind klar und ich hoffe, sie kommen bei den Arbeitgebern an", sagte Bsirske am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". "Ansonsten bewegen wir uns (...) auf einen großen Arbeitskampf von Hunderttausenden von Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst zu." Es werde keine vierte Verhandlungsrunde und keine Schlichtung geben. Arbeitgeber und Gewerkschaften müssten sich daher in der dritten Verhandlungsrunde am 28. und 29. März einigen.

Die Gewerkschaften fordern in den Tarifverhandlungen für etwa zwei Millionen Beschäftigte von Bund und Kommunen 6,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro monatlich mehr für Bezieher kleinerer Einkommen. Die Arbeitgeber - Bund und Kommunen - haben ein Stufenmodell angeboten, das nach ihrer Rechnung im zweiten Jahr auf ein Lohnplus von 3,3 Prozent hinauslaufen würde. Nach Gewerkschaftsrechnung würde damit der Lohn jedoch über die gesamte Zeit nur um 1,77 Prozent steigen.

"Das ist programmierter Reallohnverlust", kritisierte Bsirske. Nach Niedersachsen und Bremen sollen am Dienstag Aktionen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen folgen. Am Mittwoch soll der öffentliche Dienst ganztätig in Nordrhein-Westfalen bestreikt werden.

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