Bilder aus dem Tarnzelt
Christian Baumeister hat für die ARD 150 Tage lang die Wildpferde in Dülmen gefilmt

Münster/Dülmen -

„Geduld ist immer noch der Schlüssel zum Tierfilm.“ Aber Christian Baumeister kann auch anders. Kaum zwischengelandet, meldet sich der gebürtige Nottulner auch schon vom Frankfurter Flughafen und erzählt munter aus seinem Berufsleben. Nach zehnwöchigen Dreharbeiten für einen Sechsteiler über die Naturräume Brasiliens, der zur Fußball-WM 2014 erscheinen wird – mit spektakulären Ballonflügen hoch über den Savannen in Zentralbrasilien – ist er nun auf dem Weg nach Münster.

Donnerstag, 29.03.2012, 19:03 Uhr

Bilder aus dem Tarnzelt : Christian Baumeister hat für die ARD 150 Tage lang die Wildpferde in Dülmen gefilmt
Wunderschöne Bilder von den Wildpferden in Dülmen gibt es am Montag in der ARD zu sehen. Gedreht hat sie Christian Baumeister aus Nottuln. Der Tierfilmer ist sonst in der ganzen Welt unterwegs. Foto: Light u. Shadow

Hier wartet nicht nur sein Büro, sondern auch die eigene Familie. Und alle sind gespannt, wie seine neueste Produktion – eine Dokumentation über die Dülmener Wildpferde und viele andere interessante Tiere im Münsterland – beim millionenfachen Fernsehpublikum ankommen wird. Die Bilder dazu hat Baumeister zwischen 2009 und 2011 mit seiner Kamera eingefangen.

150 Drehtage in nächster Heimat, ohne lästiges Hin- und Herfliegen und mit guten Kontakten vor Ort – für den erfahrenen Tierfilmer, den es mit seinem Kamerateam sonst an entlegenere Orte zieht, sicherlich ein Heimspiel. Dennoch: Was für Kaimane und Klapperschlangen im Amazonas-Gebiet gilt, gilt auch für die letzten wilden Pferde Europas und die anderen Wildtiere, die wie Baumeister im Münsterland heimisch sind: Beim Tierfilm bestimmen die Akteure ihren Auftritt selbst.

„Da hat man als Regisseur wenig Handhabe – und das kostet eben Zeit und Geduld“, sagt der 40-Jährige und denkt dabei etwa an den Dreh der Pferdegeburt im typischen münsterländischen Morgennebel: „Die Stute hat es sich so lange ‚verkniffen’, bis sie wirklich sicher war, dass sie keiner beobachtet.

Tiere sind da sehr sensibel.“ Allein zehn Drehtage haben Baumeister und sein Team für die Uhu-Aufnahmen im Tarnzelt gesessen: „Heute gibt es in Deutschland wieder 1500 Brutpaare, davon alleine 45 im Münsterland“, weiß der Experte, der mit seinen Filmen nicht einfach nur schöne Tierbilder liefern will.

Umweltbildung und Artenschutz sind ihm ein echtes Anliegen – ebenso Baumeisters Mitarbeiterin Dr. Petra Löttker, die auch beim Wildpferde-Film wieder für eine reibungslose Organisation gesorgt hat.

Ab Mai geht es für Christian Baumeister wieder für die nächste Dreh-Etappe nach Brasilien. Helikopterflüge am Amazonas und an der Küste Brasiliens stehen im vollen Terminkalender des Teams von Light & Shadow, das für die Brasilien-Serie – „eine Riesenherausforderung“, wie Baumeister betont – das alte Büro in Rio de Janeiro wieder mobilisiert hat.

„Zum Glück kennen wir uns dort schon aus.“ Die Belohnung für Baumeisters Geduldsarbeit sind wunderschöne Aufnahmen: Wie im aktuellen Film die ersten Sprünge des Wildpferdefohlens – „mit einer modernen Zeitlupen-Kamera verlangsamt“, was die Szene noch beeindruckender macht. Und die will er sich am kommenden Montag „zum ersten Mal ganz in Ruhe“ im Fernsehen anschauen. Doch zunächst muss er auf den ersehnten Anschlussflug nach Münster warten – und da packt den sonst so geduldigen Tierfilmer dann doch die Ungeduld: „Viel lieber sitze ich im Tarnzelt.“ Am Montag zeigt die ARD um 20.15 Uhr „Die letzten Europas - Wildpferde im Münsterland“

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