Land fordert Fracking-Verzicht
Erdgas-Suche: Neuer Erlass aus Düsseldorf schränkt Exxonmobils Aktivitäten stark ein

Nordwalde/Düsseldorf - „Nun hört endlich auf zu quengeln.“ So darf die in Erlassform gepackte Reaktion des Düsseldorfer Wirtschaftsministeriums auf den jüngsten Vorstoß des US-Öl-Giganten Exxonmobil in Sachen Erdgassuche durchaus verstanden werden.

Donnerstag, 01.03.2012, 08:03 Uhr

Vor dem Hintergrund des sich möglicherweise auch in NRW anbahnenden Erdgas-Booms hatte die Düsseldorfer Landesregierung im vergangenen Herbst ein vorläufiges Fracking-Verbot ausgesprochen. Anlass dafür war ein Antrag Exxonmobils , in Nordwalde nach Gas suchen zu dürfen.

Den Einsatz der umstrittenen Fracking-Methode hatte der Konzern explizit nicht ausgeschlossen. Dabei werden Millionen teilweise mit giftigen Chemikalien versetzte Liter Wasser in das Bohrloc h gepumpt, um die gasführenden Schichten zu knacken. Ehe über den Einsatz dieses Verfahrens entschieden werde, gelte es, das Gefahrenpotenzial per Gutachten zu ermitteln, erklärten das Wirtschafts- und das Umweltministerium .

In diesem Herbst soll das Expertenvotum vorliegen. Bis dahin gelte: abwarten. Die Reaktion Exxonmobils ließ nicht lange auf sich warten. Ende 2011 änderte der Konzern seinen Antrag und erklärte nun, bei der Erkundungsbohrung in Nordwalde nicht fracken zu wollen. Düsseldorf fühlte sich durch diesen eindeutigen Versuch, das Moratorium zu unterlaufen, offenbar provoziert – und konterte vor ein paar Tagen mit einem politisch motivierten Erlass .

Wie die für Bergbau-Fragen zuständige Bezirksregierung in Arnsberg den Konzern wissen ließ, werde über den neuerlichen Antrag erst entschieden, wenn dieser seinerseits erklärt habe, „aktuell und künftig im gesamten Erlaubnisfeld auf den Einsatz von Frack-Maßnahmen zu verzichten“.

Im Klartext: Eine Verzichtserklärung bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag und bezogen auf das gesamte Münsterland, das sich Exxonmobil als Gas-Claim gesichert hat. Wie die Arnsberger Behörde auf Nachfrage mitteilte, wurde Exxonmobil am vergangenen Dienstag über die Entscheidung informiert und um die Abgabe der geforderten Erklärung gebeten. Der Konzern erklärte gestern auf Nachfrage, noch kein Schreiben aus Arnsberg erhalten zu haben und den Vorgang darum nicht kommentieren zu können.

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