Verzichtserklärung wäre Voraussetzung für Bohr-Genehmigung der Behörden
Exxon Mobil hält sich Fracking im Münsterland offen

Arnsberg/Nordwalde - Der Energiekonzern Exxon Mobil hält sich die Möglichkeit der umstrittenen Fracking-Bohrungen im Münsterland offen. Ein verbindlicher Verzicht darauf wäre aber die Voraussetzung für eine grundsätzliche Bohr-Genehmigung der Behörden. Ein Antrag zur Suche nach Gasvorkommen in Nordwalde nördlich von Münster liege daher weiter auf Eis, sagte ein Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Dienstag, 10.04.2012, 15:04 Uhr

Verzichtserklärung wäre Voraussetzung für Bohr-Genehmigung der Behörden : Exxon Mobil hält sich Fracking im Münsterland offen
In Nordrhein-Westfalen sind Erdgas-Bohrungen (hier die Fracking-Bohranlage Bötersen Z 11) vorläufig verboten, solange bis ein Gutachten zu den langfristigen Folgen für Mensch und Umwelt vorliegt. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Behörde hatte von Exxon Mobil eine verbindliche Erklärung gefordert, auf dem geplanten Bohrfeld im Münsterland auch künftig komplett auf Fracking-Einsätze zu verzichten. Dazu sagte eine Sprecherin des Konzerns am Dienstag auf dpa-Anfrage: „Wir müssen erst Daten aus mehreren Bohrungen gewinnen, um herauszufinden, ob wir in Zukunft dort fracken müssen.“ Die Chancen dafür stünden bei 50 Prozent. „Es wäre unseriös, jetzt eine Aussage darüber zu treffen.“Ein Fracking-Verzicht ist aber derzeit Bedingung dafür, dass die Bezirksregierung als zuständige Bergbehörde Bohrungen genehmigen kann. Bei dem aktuellen Antrag von Exxon Mobil geht es zwar nur um eine Erkundungsbohrung - ohne Fracking . Danach soll das Bohrloch nach Angaben des Konzerns sofort wieder gefüllt werden. Die Bezirksregierung will aber verhindern, dass die umstrittene Technik später an anderer Stelle in dem Feld eingesetzt werden kann.Ohne die Erklärung muss Exxon Mobil mindestens bis Ende August dieses Jahres auf grünes Licht warten. Bis dahin soll ein Gutachten des Landes klären, welche Folgen Fracking für Mensch und Umwelt hat. Ein 2011 von Exxon Mobil selbst einberufener Expertenkreis will seine Ergebnisse zu Fracking-Risiken am 25. April in Osnabrück vorstellen.

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