Auch wenn’s dunkel und eng ist, müssen die Männer den Überblick behalten
Berufstaucher sind nicht zimperlich

Hörstel -

Taucheranwärter Steffen Bednarek und sein Ausbilder Karl-Heinz Antons stemmen den eisernen Helm in die Höhe und setzen ihn sorgsam auf. 45 Kilogramm Zusatzgewicht trägt der junge Mann jetzt. Entsprechend behäbig schreitet er an den Rand des Tauchlehrbeckens in Hörstel-Riesenbeck, es folgt der letzte Check aller Leitungen. Er steigt die Leiter hinunter und wenig später sieht man aus fünf Meter Tiefe nur noch Luftblasen an die Oberfläche steigen.

Dienstag, 12.06.2012, 20:06 Uhr

Auch wenn’s dunkel und eng ist, müssen die Männer den Überblick behalten : Berufstaucher sind nicht zimperlich
Ausbilder Foto: Jürgen Peperhowe

Erst jetzt beginnt die eigentliche Arbeit unter Wasser: Schweiß-und Brennarbeiten oder Montage. Elf junge Männer legen in diesen Tagen im Taucherlehrbetrieb des Wasser- und Schifffahrtsamts Rheine die Prüfung für den Fortbildungsabschluss „ Geprüfter Taucher “ ab. Seit 2011 nimmt die IHK Nord Westfalen diese Prüfung ab.

Die Kandidaten kommen aus dem ganzen Bundesgebiet. Auf die Prüfung sind sie bestens vorbereitet. Dazu gehören neben 200 Tauchstunden auch 320 Stunden Theorie und 60 Stunden Tauchmedizin. Zum Kernbereich gehören aber auch 80 Stunden Schweißen über und unter Wasser sowie 100 Stunden Technik. Denn getaucht wird ja nicht aus Spaß an der Freude, sondern weil wichtige Reparaturen oder Wartungen anstehen, die nur unter Wasser erledigt werden können.

Das fordert den Männern Mut und Können ab: Sie müssen bei jedem Wetter dorthin, wo es oft sehr dunkel, sehr trübe und sehr eng ist. Immer dann, wenn ein Schleusentor klemmt, Schiffe beschädigt sind oder der Kanalgrund nach Altlasten abzusuchen ist. Qualifizierte Berufstaucher sind rar, informiert die IHK. Derzeit gibt es nur 500 IHK-geprüfte Taucher. Zunehmend gefragt sind Industrietaucher, weiß Markus Barfigo (IHK Bildung): „Die neuen Offshore-Windparks in der Nordsee bieten viele Arbeitsplätze für Berufstaucher.“ Übrigens ist diese Zusatzqualifikation, von der sich vor allem Handwerker berufliche Vorteile erhoffen, eine reine Männerdomäne – noch.

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