Gegner und Befürworter der Kalk-Gewinnung kreuzen in Lengerich die Klingen
Widerstand gegen Tagebau-Ausweitung

Lienen/Lengerich -

„Wir brauchen den Kalk“, fordert Detlev Wegener. „Keine Ausweitung der Abbauflächen“, tritt Sigrid Elling-Augé auf die Bremse.

Samstag, 25.08.2012, 12:08 Uhr

Gegner und Befürworter der Kalk-Gewinnung kreuzen in Lengerich die Klingen : Widerstand gegen Tagebau-Ausweitung
Die Steinbrüche im Teutoburger Wald werden immer größer. Jetzt formiert sich Widerstand. Foto: Wilhelm Schmitte

Der Geschäftsführer des Lienener Calcis-Kalkwerks möchte über die Änderung des Regionalplans Münsterland auf dem Rücken des Höhenzuges 28 Hektar FFH-geschützten Waldmeister-Buchenwald abgraben. Die Vorsitzende der Bürgerinitiative „Pro Teuto“ ( Lengerich ) will genau das verhindern. Während einer Bürgerversammlung in der Hauptschul-Aula werden vor 200 Besuchern in sachlicher Atmosphäre die Klingen gekreuzt. Widerstand formiert sich. Tiefer könnte der Graben zwischen Industrie und Naturschutz nicht sein. Am Teutoburger Wald tritt der Konflikt Ökonomie versus Ökologie offen zutage.

Sollte der Regionalplan geändert werden, kündigt Rainer Seidl (Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land) juristische Schritte an: „Die Naturschutzverbände werden in Brüssel ein Vertragsverletzungsverfahren anregen.“ Sie pochen auf den Status FFH (Fauna-Flora-Habitat)-Gebiet. Der würde der Industrie die Petersilie verhageln. Die Gemeinde Lienen muss Stellung zum Regionalplan nehmen. In einem Vorschlag für eine Stellungnahme schlägt die Verwaltung neben zahlreichen Auflagen eine Halbierung der Abgrabungsfläche vor. Dann hätte das Unternehmen für 23 Jahren Rohstoffsicherheit. Die Empfehlung geht jetzt ins politische Verfahren. Die Firma Dyckerhoff/Buzzi möchte in Lengerich 24 Hektar für den Gesteinsabbau haben. Der Rat befürwortet das. Nachbar Lienen hat Bedenken. Die Entscheidung fällt im Regionalrat beziehungsweise bei der Bezirksregierung Münster.

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