Steuerbetrug in großem Stil
Angeklagte sollen 13 Millionen Euro hinterzogen haben

Weil sie Umsatzsteuern in großem Umfang hinterzogen haben sollen, stehen seit Dienstag vier Männer zwischen 25 und 42 Jahren vor dem Landgericht Münster. Wie der Staatsanwalt ausführte, hätten die Deutschen russischer Abstammung zwischen Juni 2009 bis September 2011 in Münster und anderen Orten mit getürkten Warengeschäften einen Gesamtschaden von 13 Millionen Euro verursacht.

Dienstag, 14.08.2012, 17:08 Uhr

Steuerbetrug in großem Stil : Angeklagte sollen 13 Millionen Euro hinterzogen haben
Die Angeklagten mit ihren Rechtsvertretern im Landgericht Münster Foto: Jürgen Peperhowe

Die Angeklagten haben ihre Familien mit ins Gericht gebracht. Mehr oder minder lautstark – und dann meist auf Russisch – kommentieren Mütter und Ehefrauen das Geschehen. Weil sie Umsatzsteuern in großem Umfang hinterzogen haben sollen, stehen seit gestern vier Männer zwischen 25 und 42 Jahren vor dem Landgericht Münster . Wie der Staatsanwalt ausführte, hätten die Deutschen russischer Abstammung zwischen Juni 2009 und September 2011 in Münster und anderen Orten mit getürkten Warengeschäften einen Gesamtschaden von 13 Millionen Euro verursacht.

Sie waren bandenmäßig organisiert

Bandenmäßig organisiert, sollen sie Mobiltelefone ohne Rechnungen ein- und  ebenfalls ohne Rechnung wieder verkauft, Scheinrechnungen erstellt und Steuererklärungen manipuliert haben, um die Behörden gezielt hinters Licht zu führen. Auch Scheinfirmen sollen involviert gewesen sein, zum Teil waren die Angeklagten im Ausland tätig. „Verschleierung von Geschäften und Rechnungswegen“ wirft der Staatsanwalt den Männern aus Dortmund und Mönchengladbach deshalb vor.

Angeklagte entlasten sich gegenseitig

Die Angeklagten, die sich vor Gericht durch Falschaussagen gegenseitig entlastet haben sollen, äußerten sich zu Beginn des Prozesses nicht zu den Vorwürfen. Allerdings animierte der Vorsitzende Richter der Siebten Großen Strafkammer die Vier auf der Anklagebank, „sich einen Strafrabatt durch Aufklärungshilfe zu sichern“.

Mit anderen Worten: Wer ein Geständnis ablegt oder die anderen belastet, kann mit einem niedrigeren Strafmaß rechnen. Da die Haupttäter ohnehin seit neun Monaten in Untersuchungshaft sitzen, könne – so der Richter – ein solches Arrangement „die Fluchtgefahr senken“. Der Anwalt eines der Angeklagten signalisierte ein entsprechendes Entgegenkommen seines Mandanten am kommenden Verhandlungstag, der für morgen angesetzt ist.

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