Ein lauter Knall im Morgengrauen
Trümmer fliegen bei der Explosion der Sparkassen-Filiale 100 Meter weit

Nottuln -

Eine gigantische Explosion reißt viele Anwohner im Nottulner Ortsteil Darup in der Nacht zum Montag aus dem Schlaf. Unbekannte Täter haben gegen 2 Uhr die Frontseite der Sparkassen-Filiale mitten im Dorf weggesprengt, um an den Geldautomaten zu gelangen.

Montag, 24.09.2012, 19:09 Uhr

Ein lauter Knall im Morgengrauen : Trümmer fliegen bei der Explosion der Sparkassen-Filiale 100 Meter weit
Ein Bild der Zerstörung haben die Bankräuber in Nottuln-Darup hinterlassen. Mit Baggern und Schaufeln versuchten Helfer vor Ort, die herumliegenden Trümmerteile wegzuräumen, die durch die Explosion meterweit geschleudert wurden Foto: dpa

Auf der angrenzenden Kreuzung sieht es aus wie nach einem Bombenangriff. Im Umkreis von rund 100 Metern bedeckt ein Glasscherbenteppich auch die angrenzende Hauptkreuzung des Dorfs. Überall liegen Trümmerteile herum, eine gepanzerte Tür ist durch die Wucht der Detonation bis auf die gegenüberliegende Straßenseite geflogen, wo in einem Gebäude auch mehrere Scheiben zu Bruch gegangen sind. „Das sieht ja hier aus wie im Krieg“, meint eine schockierte Passantin.

Glück im Unglück

Mit Baggern und Schaufeln wurde die Straße von Gebäudeteilen und Scherben freigeräumt. Wie hoch der gestohlene Geldbetrag ist, bleibt zunächst unbeantwortet. Polizeisprecher Martin Pollmann nennt als Gesamtschadenshöhe inklusive Gebäude „einen sechsstelligen Betrag“. Die Geschäftsstelle der Bank sei komplett zerstört und für mehrere Monate nicht nutzbar. Glück im Unglück haben sieben über der Filiale wohnende Mieter, die das nächtliche Grauen körperlich unversehrt überstehen. Sie haben vorübergehend bei Daruper Familien Ersatzunterkünfte gefunden.

Bankfiliale in Nottuln-Darup gesprengt

Bürgermeister Peter Amadeus Schneider, der sich am Morgen vor Ort ein Bild macht, lobt, „dass die Dorfgemeinschaft hier so hervorragend funktioniert.“ Er ist erschüttert über die völlig überzogene Brutalität. „Für professionelles Vorgehen spricht das nicht.“ Diese Meinung vertreten zwar auch andere Schaulustige, die in dem Dorf zu Dutzenden zusammenströmen, um am Absperrband stehend ihre Eindrücke auszutauschen und den Schock zu verarbeiten. Die Polizei kommt allerdings zu der Einschätzung, dass womöglich landes- oder bundesweit mit dieser Masche aktive Ganoven am Werk waren. Dafür spreche auch der sorgfältig ausgewählte Fluchtweg mitten durchs Dorf an der Grundschule entlang, für den die Verbrecher offenbar eigens Absperrpoller entfernt haben.

Spezialkräfte sind den ganzen Tag unterwegs

Unweit von der Schule entfernt entdeckt die Polizei noch am Morgen einen zuvor gestohlenen, grauen Audi A3 mit BOR-Kennzeichen, den die Räuber zuvor gestohlen haben, um anschließend in einen anderen Wagen umzusteigen. Den ganzen Tag über dauern Zeugenbefragungen und Untersuchungen der Spezialkräfte an. Statiker lassen zunächst nur zwei Experten ins Haus, um die Geschäftsstelle auch nach möglichen Sprengstoff-Resten zu untersuchen, obwohl schnell klar ist, dass die Sprengung mit Hilfe von eingeleitetem Gas erfolgte. Verletzt haben sich dabei laut Pollmann offenbar auch die noch flüchtigen Täter nicht.

Sparkassenfiliale durch Explosion zerstört

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  • Feuerwehrleute begutachten die Schäden an anderen Häusern.

    Foto: Dieter Klein
  • Gespenstische Atmosphäre in Darup.

    Foto: Dieter Klein
  • Bei einem Überfall auf die Sparkassenfiliale in Darup haben die Täter so viel Sprengstoff verwendet, dass die ganze Filiale zerstört wurde.

    Foto: Dieter Klein
  • Die zerstörte Sparkassenfiliale in Darup.

    Foto: Dieter Klein
  • Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei haben in der Nacht alle Hände voll zu tun.

    Foto: Dieter Klein
  • Im Licht der Scheinwerfer von der Feuerwehr wird die Wucht der Explosion deutlich.

    Foto: Dieter Klein
  • Explosionsstaub auf dem Fahrersitz des Fluchtfahrzeugs.

    Foto: Andreas Krüskemper
  • Das wahrscheinliche Fluchtfahrzeug der Täter, ein Audi A3.

    Foto: Andreas Krüskemper
  • Eine Geldkasette liegt auf der Straße, die Geldscheine sind zum Teil angesengt.

    Foto: Andreas Krüskemper
  • Durch die Wucht der Explosion wurde diese Tresortür auf die Straße geschleudert.

    Foto: Andreas Krüskemper
  • Bürgermeister Peter Amadeus Schneider (l.) informiert sich im Gespräch mit dem Einsatzleiter der Feuerwehr, Johannes Greve, über die Rettungsarbeiten vor Ort.

    Foto: Uwe Goerlich
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