36 000 Module erzeugen klimafreundlichen Strom
In Schwege steht ein riesiger Solarpark

Glandorf -

Ganz zu Anfang, das gibt er heute zu, dachte Nor­bert Wesselkock noch über andere Möglichkeiten nach. „Biogas, nachwachsende Rohstoffe“, sagt der 51-jährige Landwirt bedächtig und blinzelt in die Sonne. Dafür freilich besaß er zu wenig Land.

Samstag, 29.09.2012, 14:09 Uhr

36 000 Module erzeugen klimafreundlichen Strom : In Schwege steht ein riesiger Solarpark
Stolz auf den Solarpark sind Maike Sczuka, Sprecherin des Teutoburger Energie Netzwerkes, und Norbert Wesselkock, auf dessen Grund und Boden in Glandorf-Schwege das Mammutprojekt seinerzeit entstand. Foto: Jürgen Peperhowe

Als er sich schließlich für einen Mammut-Solarpark auf seinem Grund in Glandorf-Schwege entschloss, „da ging plötzlich alles sehr schnell. Allein das Genehmigungsverfahren war ruckzuck durch“, erinnert er sich an die Anfangszeiten 2009. In der Teutoburger Energie Netzwerk eG (TEN) fand er bald einen aufgeschlossenen Partner. Die TEN – Versorger von fünf Kommunen rund um Glandorf – ging mit dem Großprojekt in die Solaroffensive, rüstete ihr bestehendes Netz für eine halbe Million Euro auf und speist seither rund die Hälfte des erzeugten Stroms in ihr Netz ein. Die zweite Hälfte fließt in das angrenzende Netz der RWE . Die 36 000 Solarmodule liefern jährlich 7,4 Millionen Kilowattstunden Strom – das reicht für 2400 Haushalte – und sparen 4600 Tonnen CO² ein.

„Da surrt, quiekt und stinkt nichts, da läuft nichts aus“, erklärt Wesselkock , wie er die zunächst skeptischen Anwohner von der seinerzeit größten Freiland-Fotovoltaik-Anlage Niedersachsens überzeugte. Ein Großkraftwerk, das kei­nerlei Schadstoffe produziert und vor Ort viele Verbraucher erreicht – eine dezentrale Ausrichtung also, für die gerade TEN in der Region steht: Beim Landkreis und der politischen Gemeinde rannte Wesselkock damit „offene Türen ein“. „Wir erzeugen Strom da, wo er gebraucht wird“, nickt auch TEN-Sprecherin Maike Sczuka . Sie erinnert an die Geschichte des regionalen Versorgers, der seinerzeit aus vier Elektrizitäsgenossenschaften hervorging. „Die Leu­te identifizieren sich mit uns“, so Sczuka. Auch der 6800-Seelen-Gemeinde Glandorf selbst, die seit Jahren auf Windkraft setzt, ist umweltfreundliche Energiegewinnung nicht fremd.

„Würde die Sonne immer scheinen und der Wind immer wehen, wäre Glandorf inzwischen fast autark“, lacht Norbert Wesselkock. Bei der Auswahl der Module entschied er sich seinerzeit ge­gen die billigeren Modelle, die zumeist nicht länger als acht Jahre die gewünscht hohen Energiemengen produzieren – und für die Sicherheit der Anlage. „Hier kann nichts brennen, hier gibt es keinen Haken.“ Schon jetzt, zwei Jahre nach Eröffnung, liegen die Erträge über dem Erwarteten. „Und außerdem bleibt die Sonneneinstrahlung auf der Erde ja relativ stabil“, blickt Wesselkock optimistisch in die Zukunft.

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