Sonnen-Energie aus Tönnishäuschen
Brüderpaar bringt Technik und Knowhow nach Tansania

Ahlen / Daressalam -

Ahlens kleinster Ortsteil hat nur 480 Einwohner. Und doch – oder gerade deswegen – steht Tönnishäuschen in der Solarbundesliga an Platz 1. „Zugegeben, in der NRW-Ortsteil-Liga“, lacht Martin Stapel und erläutert, was es mit der Kategorie auf sich hat. Darin werde angegeben, wie viel Solartechnik und Photovoltaik-Fläche in einem Ort – in Relation zur Einwohnerzahl – vorhanden sind.

Montag, 22.10.2012, 18:17 Uhr aktualisiert: 22.10.2012, 19:39 Uhr
Sonnen-Energie aus Tönnishäuschen : Brüderpaar bringt Technik und Knowhow nach Tansania
Martin Stapel mit einem Foto aus Tansania, wo die Münsterländer Photovoltaik-Anlagen auf einer Schule und einem Krankenhaus für psychisch Kranke montierten. Foto: W. Gerharz

Stapel selbst ist gemeinsam mit seinem Bruder Andreas in Rahmen ihrer gleichnamigen GmbH seit 15 Jahren in Sachen Solartechnik und Erneuerbare Energien aktiv – und hat sich auf solare Mobilität spezialisiert. Seit 2010 unterstützen die beiden das Projekt „Science-Buddys“ an der Städtischen Realschule Ahlen .

Grundgedanke ist, dass ältere Schüler jüngere in Sachen Wissenschaft und Technik unterweisen. Gemeinsam mit Schülern flogen die Brüder ins tansanische Bagamoyo, um Experimentier-Material zum Thema Photovoltaik an die Schulen zu bringen. „Das interessiert die dort brennend“, sagt er. Falle das öffentliche Stromnetz doch permanent aus. Mit 50 000 Euro an Spendengeld finanziert, wurden in diesem Jahr zudem zwei Photovoltaik-Anlagen samt innovativem Speicher (der hierzulande für den Hausgebrauch noch zu teuer wäre) nach Tansania verschifft.

In einem Kraftakt holten die deutschen Kontaktleute das Material aus dem Hafen von Daressalam, das die Einheimischen zunächst nicht rausrücken wollten – denn: „Je länger Ware dort liegt, desto mehr verdienen die daran.“ Danach montierten Mitarbeiter der Ahlener Firma und weitere Freiwillige je eine Anlage auf dem Dach der Mwasama-School und eines Krankenhauses für psychisch Kranke. Beide Häuser sind nun energieautark, haben aber ei­niges zu lernen gehabt, wie Stapel betont. „Dass sie ihre Speichermöglichkeiten nicht sprengen dürfen“, so Stapel – und daher die Mittagshitze nutzen, um ihre Waschmaschinen anzuwerfen. Die standen nämlich bislang ungenutzt in der Ecke herum.

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