Europas größte Kegelparty
Zwei Jahre nach ihrem Unfall singt Anna-Maria Zimmermann wieder

Im Oktober 2010 erfuhr Anna-Maria Zimmermann, wie schnell das Leben eine dramatische Wendung nehmen kann: Auf dem Weg zu einer Preisverleihung stürzte der Helikopter, in dem die Sängerin saß, aus zehn Metern Höhe auf eine Straße bei Paderborn. Die damals 21-Jährige überlebte nur knapp, musste operiert werden und hat heute einen gelähmten Arm. Inzwischen steht Zimmermann, deren Karriere mit der Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ begann, wieder auf der Bühne. Am Wochenende sang sie bei „Europas größter Kegelparty“ in der Halle Münsterland. Mit Anna-Maria Zimmermann sprach unser Redaktionsmitglied Philip Ritter.

Sonntag, 25.11.2012, 17:11 Uhr

Europas größte Kegelparty : Zwei Jahre nach ihrem Unfall singt Anna-Maria Zimmermann wieder
Anna-Maria Zimmermann war am Samstag auf Europas größter Kegelparty auf der Bühne zu sehen. Der Stargast war einer der Höhepunkte des Partyprogramms mit einem Mix von Schlager und Oktoberfestmusik hin zu Pop, Rock und House Foto: Halle Münsterland

In Münster standen Sie dieses Wochenende nachts um halb zwei auf der Bühne – am selben Tag traten Sie in Berlin auf. Woher nehmen Sie die Energie für einen solchen Marathon?

Zimmermann : Mir macht mein Job einfach sehr viel Spaß. Und das ist die beste Voraussetzung, um so etwas zu schaffen.

Reisen Sie allein mit Ihrem Team oder kommen auch Freunde oder Familie mit zu Ihren Konzerten?

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Zimmermann: Meist bin ich mit meinem Fahrer allein unterwegs, Tontechniker und Tänzer fahren separat. Ab und zu kommt eine Freundin mit oder meine Mutter.

Mit Ihren Songtexten sprechen Sie Ihre Fans direkt an, versuchen, sie zu berühren. Inwieweit hat sich die Botschaft Ihrer Lieder seit dem Unfall verändert?

Zimmermann: Ich glaube, ich bin im Großen und Ganzen noch die ,alte Anna’. Ein bisschen hat sich meine Einstellung verändert, weil ich am eigenen Leib erfahren musste, wie schnell es zu Ende gehen kann. Meine Botschaft an die Menschen ist es, dass man sein Leben genießen sollte, anstatt sich über Kleinigkeiten im Alltag aufzuregen. Man sollte einfach glücklich sein.

Haben Sie darüber nachgedacht, Ihre Karriere an den Nagel zu hängen?

Zimmermann: Der Gedanke war da. Zum Glück konnte man mich überzeugen, es noch mal zu probieren.

Inwieweit kann Musik dabei helfen, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten?

Zimmermann: Wenn ich auf der Bühne stehe und meine Songs singe – die ich alle selber aussuche –, dann therapiere ich mich gewissermaßen selbst. Ich kann meine Seele baumeln lassen und es genießen. Mir hilft die Musik ganz ungemein. Aber eigentlich waren es meine Fans, denen ich es zu verdanken habe, dass ich mein Comeback gewagt habe. Ich habe so viel Post bekommen, sie haben mich immer und immer wieder ermutigt, weiterzumachen.

Und wie geht es Ihnen heute gesundheitlich?

Zimmermann: Dank meiner großen Disziplin geht es mir richtig gut. Mit täglich einstündigem Ausdauertraining und eineinhalb Stunden Physiotherapie und Krankengymnastik fühle ich mich topfit. Meine Trainer motivieren mich täglich, den Kopf nicht hängen zu lassen. Wir sind ein starkes Team.

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Denken Sie noch jeden Tag an das Geschehene?

Zimmermann: Seitdem sind zwei Jahre vergangen, ich habe damit abgeschlossen. Ich sehe aber jeden Tag im Spiegel die Narben und meinen ,schlafenden Arm‘, aber ich habe gelernt mich zu akzeptieren, wie ich bin.

Haben sich Ihre Prioritäten rückblickend betrachtet verändert?

Zimmermann: Meine Familie war mir immer wichtig. Aber uns hat das noch einmal mehr zusammengeschweißt als vorher.

Sind Sie es inzwischen leid, darüber zu sprechen?

Zimmermann: Nein, ich finde es schön, wenn die Menschen mich darauf ansprechen. Der Unfall gehört zu meinem Leben dazu. Aber ich blicke in die Zukunft. Zum Beispiel arbeiten wir gerade an meinem dritten Album, das im März oder April erscheint. Das Fotoshooting, der Videodreh und das Heraussortieren der schönsten Lieder: Das alles nimmt viel Zeit in Anspruch.

Worauf dürfen sich Ihre Fans denn freuen?

Zimmermann: Darauf, dass ich mit meiner neuen Plattenfirma durchstarte. Ich selbst träume davon, dass es nach der ganzen Angst gute Nachrichten geben wird.

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