Billig-Airline will bereits ab Ende März Flüge anbieten
Ryanair im Anflug auf den FMO

Greven -

Um nach wirtschaftlich schwierigen Jahren endlich wieder in Richtung Erfolg zu fliegen, setzt der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) erstmals auf eine echte Billig-Airline. Mit dem Beginn des Sommerflugplans Ende März soll die irische Fluggesellschaft Ryan­air Passagiere von Greven aus in den Urlaub fliegen. Als erste Ziele sind Málaga, Barcelona und Faro im Gespräch.

Donnerstag, 31.01.2013, 07:01 Uhr

Die Airline bietet Flüge zu äußerst günstigen Preisen an, verzichtet dafür aber weitgehend auf Serviceleistungen. FMO-Chef Gerd Stöwer äußerte sich gestern zu all dem nicht. In den vergangenen zwölf Monaten war der FMO vor allem mit schlechten Nachrichten konfrontiert worden. Die Zahl der Ziele reduzierte sich auf mickrige 18, die der Fluggäste sank um knapp 300 000 auf eine Million, dafür stieg das Defizit auf fünf Millionen Euro.

Zudem ließen gleich meh­­rere Airlines die Flügel hängen; zuletzt OLT, die Anfang dieser Woche den Flugbetrieb einstellte. Die Bremer Regionalfluggesellschaft war erst im vergangenen November in Greven gestartet und galt zunächst als Hoffnungsträger. Diese Rolle übernimmt nun Ryanair.

Lange Verhandlungen

In der Vergangenheit hatte die FMO-Geschäftsführung immer wieder mit dem Billig-Anbieter von der grünen Insel verhandelt. Eine Low-Cost-Airline ist in der Regel eine attraktive Ergänzung zum bestehenden Angebot.

Dass beide Seiten letztlich nie einig wurden, lag vor allem an den unterschiedlichen Entgelt-Vorstellungen. Verlangt der FMO derzeit rund 25 Eu­ro pro Fluggast, war Ryanair lange Zeit nur bereit, einen Bruchteil davon zu zahlen. Das hat sich offenbar geändert. Dem Vernehmen nach soll sich die Airline, mit der die FMO-Führung schon seit mehreren Wochen verhandelt, bei den Abgaben „deutlich nach oben bewegt haben“. Die Rede ist von „ei­nem kostendeckenden Betrag“. 

50.000 neue Fluggäste sollen kommen

Zunächst will Ryanair nur wenige Ziele ab FMO anbieten; angeblich nur ein bis zwei. Werden sie angenommen, wollen die Iren ihr Angebot jedoch zügig ausweiten. Internen Prognosen zufolge könnte der FMO allein in der zweiten Jahreshälfte 2012 auf diese Weise 50.000 zusätzliche Fluggäste gewinnen. Diese Zahl könnte im Erfolgsfall deutlich steigen.

Nach einem nicht nur wirtschaftlich katastrophalen Jahr 2012 will der Flughafen mit dieser Entscheidung eine Trendwende herbeiführen. Ryanair ist in der Branche allerdings nicht nur wegen seines Services umstritten. FMO-Geschäftsführer Gerd Stöwer äußerte sich am Mittwoch zu all dem nicht.

 

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