Schluss mit Schweigen
Planungsgesellschaft des Flughafens Twente muss Rätsel um Investoren lüften

Twente -

Neuer Rückschlag für die Planungsgesellschaft ADT im niederländischen Twente: Ein Gericht in Almelo hat die „Area Development Twente“ dazu verdonnert, die Namen jener drei Bewerber zu nennen, die ursprünglich Interesse bekundet hatten, den alten Militär-Airport im Stadtteil von Enschede zu neuem Leben zu erwecken. Das konsequente Schweigen hatte in den vergangenen Monaten für Unverständnis und Rätselraten gesorgt.

Freitag, 04.01.2013, 21:01 Uhr

Die Planungsgesellschaft ADT muss nach einem Gerichtsurteil die Namen jener Bewerber öffentlich machen, die am Betrieb des Flughafens Interesse angemeldet hatten.
Die Planungsgesellschaft ADT muss nach einem Gerichtsurteil die Namen jener Bewerber öffentlich machen, die am Betrieb des Flughafens Interesse angemeldet hatten. Foto: Jürgen Peperhowe

Um die Namen der potenziellen Investoren hatte die ADT vor Monaten einen Mantel des Schweigens gehüllt – selbst, nachdem keiner von ihnen letztlich ein Angebot abgegeben hatte und damit das Konkurrenz-Projekt zum Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) gescheitert war. „Wir werden das Urteil akzeptieren“, sagt ADT-Sprecherin Fieke Kriekhaar gestern auf Nachfrage. Bis zum 17. Januar hat die Planungsagentur Zeit, das Geheimnis zu lüften.

Das konsequente  Schweigen hatte in den vergangenen Monaten für Unverständnis und Rätselraten gesorgt. Offiziell hatte die ADT zwei Gründe dafür angeführt. So habe einer der Interessenten für den Fall, das  sein Name öffentlich werde,   seinen Rückzug angekündigt – was die Planungsgesellschaft wiederum in wirtschaftliche Schwierigkeiten hätte bringen können. Beiden Argumenten folgten die Richter in Almelo nicht. Vor allem, weil die ADT in der Ausschreibung explizit erklärt hatte, die Namen bekannt zu machen.

Nol Graas, der Vorsitzende  der Bürgerinitiative gegen das Flughafen-Projekt (Volt-Twente), begrüßte das Urteil. „Wir sind froh, dass das Gericht die Planungsgesellschaft endlich zwingt, ihr Schweigen zu brechen“, erklärte er. Volt-Twente hatte die Klage eingereicht.

Dem Vernehmen nach könnte es sich bei den vormaligen Bewerbern um die türkische Investorengruppe YDA, den französischen Baukonzern Vinci, und ein niederländisches Konsortium handeln, hinter dem der Flughafen Schiphol steckt. YDA, die zwei Flughäfen in der Türkei betreiben, hatte in Twente Investitionen in Höhe von bis zu 250 Millionen Euro angekündigt. Die Vin­ci-Grup­pe erwarb unlängst in Portugal zehn Airports.

„Vor der Veröffentlichung der Namen werden wir mit den vormaligen Investoren sprechen, um zu erfahren, ob diese Widerspruch gegen das Urteil einlegen wollen“, sagte ADT-Sprecherin Kriekhaar. Nol Graas von der Bürgerbewegung kann darüber nur lachen: „Wie soll das denn gehen?“, fragt er und liefert eine Antwort gleich hinterher: „Anonym jedenfalls nicht.“

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