Gekürzter Etatposten
Schwierige Finanzlage der Kommunen macht sich bei Büchereien bemerkbar

Münsterland -

Zwar sind die öffentlichen Bibliotheken im Münsterland noch nicht von der Schließung bedroht. Doch die angespannte Lage der kommunalen Haushalte macht sich bemerkbar. Daher mussten viele Nutzer eingeschränkte Öffnungszeiten und höhere Gebühren hinnehmen.

Mittwoch, 06.02.2013, 07:02 Uhr

Dülmens Büchereileiterin Freya Rickert spürt wie viele ihrer Kollegen die schwierige Lage der Kommunalfinanzen. Für die Nutzer bedeutet dieses oft höhere Gebühren und eingeschränkte Öffnungszeiten.
Dülmens Büchereileiterin Freya Rickert spürt wie viele ihrer Kollegen die schwierige Lage der Kommunalfinanzen. Für die Nutzer bedeutet dieses oft höhere Gebühren und eingeschränkte Öffnungszeiten. Foto: Jürgen Peperhowe

Hanne und Ludger David sind Stammgäste in der Stadtbücherei Dülmen . „Ich lese viel und schaue hier immer bei den plattdeutschen Büchern vorbei“, sagt Ludger David. Eine Stadt ohne eine Bücherei kann er sich nur schwer vorstellen. „Da würde mir einiges fehlen.“

Zwar sind die öffentlichen Bibliotheken im Münsterland noch nicht von der Schließung bedroht. Doch die angespannte Lage der kommunalen Haushalte macht sich bemerkbar. „Als freiwillige Leistung steht ei­ne Bücherei immer auf dem Prüfstand“, weiß Harald Pilzer , Vorsitzender des Verbandes der Bibliotheken des Landes Nordrhein Westfalen (VBNW). Daher mussten viele Nutzer eingeschränkte Öffnungszeiten und höhere Gebühren hinnehmen. Teurer wurde es unter anderem in Telgte und Lüdinghausen. In Dülmen verdoppelte sich der Jahresbeitrag von zwölf auf 24 Euro.

Suche nach Einnahmequellen

Die Büchereien machen sich aber auch selbst auf die Suche nach neuen Einnahmequellen. „Für uns ist es heute ganz normal, dass wir Unterstützung von Sponsoren brauchen“, sagt Dülmens Büchereileiterin Freya Rickert. „Uns helfen unter anderem der Förderverein für Kunst und Kultur und die Bürgerstiftung“. Zudem gibt es einen Förderverein, Ex libris – Freunde der Stadtbücherei Dülmen“.

„Wir wollen, dass die Bücherei eine Pflichtleistung für Kommunen wird und fordern darüber hinaus ein Bibliotheksgesetz.“

Martin Wagener

In Rhede existiert der Förderverein seit 2004. „Damals sollten im Zuge der Haushaltssicherung 80 Prozent des Medienetats gestrichen werden“, sagt der Vorsitzend Martin Wagener. Der Verein kämpft aber nicht nur für die drei öffentliche Büchereien in Rhede. „Wir wollen, dass die Bücherei eine Pflichtleistung für Kommunen wird und fordern darüber hinaus ein Bibliotheksgesetz.“ Ein solches Gesetzwünscht sichauch der VBNW. „So ein Gesetz wäre eine klare Profilierung für die Büchereien“, erklärt Pilzer. Gleichzeitig hofft er, dass die Förderung des Landes für die Bibliotheken nicht geringer wird.

„Ich hoffe nur, dass die Bibliotheken nicht leer ausgehen“

Harald Pilzer

Etatposten ist gekürzt worden

Doch die Landesregierung muss an allen Ecken und Ende sparen: Im aktuellen Haushaltsentwurf ist darum der Etatposten Bibliotheken um 5,5 Millionen Euro gekürzt worden. Er war von der Vorgängerregierung seinerzeit um eben diese Summe erhöht worden.

Von dem Landesmitteln profitiert auch das Münsterland. Nach Angaben der Bezirksregierung in Münster wurden im vergangenen Jahr rund 940 000 Euro an die Bibliotheken verteilt. Die rot-grüne Regierung arbeitet derzeit an einem Kulturfördergesetz. Das Geld dafür steht im selben Haushaltsposten wie die Bücherei-Förderung. „Ich hoffe nur, dass die Bibliotheken nicht leer ausgehen“, sagte Pilzer.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1495651?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F1758780%2F1759027%2F
Rosenmontagszug mit fröhlichen Holländern und strahlendem Prinz Karneval
Für Prinz Thorsten II. Brendel (2.v.r.) ist der schönste Moment der ganzen Session gekommen: Mit den Adjutanten Frank Hoffmann (v.l.), Andreas Koch und Christian Lange rollt er auf den Prinzipalmarkt zu.
Nachrichten-Ticker