Kommentar
Zweifel an den Berechnungen

Eine dicke Staubschicht von 28 Jahren liegt auf den Ausbauplänen für die Bahnstrecke Münster-Lünen. So lange schon ist die Erweiterung des Bahn-Nadelöhrs zwar als vordringlich klassifiziert, so lange ist aber kein einziges Steinchen dafür bewegt worden.

Montag, 04.02.2013, 18:02 Uhr

Der Bund als Auftraggeber und Finanzier, das Land als lange nur mäßig interessierter Nutznießer, die Bahn als träger Auftragnehmer spielen seit Jahren die Bälle hin und her. So lange, dass sie nun offenbar die Chance sogar verspielt haben: Der Bau eines zweiten Gleisstrangs rechnet sich angeblich kaum noch.

Genau diese Zahlenkolonnen der Bahn sind kritisch zu hinterfragen. Etwa daraufhin, ob sie angemessen berücksichtigen, was es hieße, wenn Münster und das Münsterland keinen Anschluss an den Rhein-Ruhr-Express bekämen. Und wie die Fernverbindungen aus und nach Hamburg an Attraktivität einbüßen, weil sich jede kleine Verspätung auf der eingleisigen Strecke mit der eng getakteten Zugabfolge potenziert.

Es ist zu bezweifeln, dass die Bahn-Berechnungen als Entscheidungsgrundlage ausreichen. Der zweigleisige Ausbau zwischen Münster und Lünen ist auch eine politische Frage. Dafür müssen die Verantwortlichen in der Region an einem Strang ziehen.

Die Menschen in der Region erwarten mit Fug und Recht eine zügige Entscheidung für den Ausbau. Nach 28 Jahren ist die Zeit der Lippenbekenntnisse vorbei.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1492579?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F1758780%2F1759027%2F
Nachrichten-Ticker