Provinzial: Fusion zahlt sich schnell aus
LWL-Politiker wollen weiterverhandeln

Münster -

Entgegen anfänglichen Befürchtungen verlaufen die Ge­spräche über die geplante Fusi­on der Versicherungsgesellschaften Provinzial Nordwest und Provinzial Rheinland offenbar positiv.

Freitag, 22.03.2013, 07:03 Uhr

Provinzial-Zentrale in Münster
Die Provinzial Nordwest (hier die Zentrale in Münster) soll mit der Provinzial Rheinland fusionieren. Foto: Jürgen Peperhowe

Das jedenfalls ist beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) aus den Reihen der Politik zu hören. Nach der geplatzten Übernahme des Sparkassen-Versicherers durch den Allianz-Konzern loten die beiden Schwesterversicherungen seit Monaten die Möglichkeiten ei­ner Verschmelzung aus. Offenbar mit Erfolg.

Beim Landschaftsverband jedenfalls – dem wie dem Sparkassenverband Westfalen-Lippe rund 40 Pro­­zent an der Provinzial Nordwest gehören – werden die Mitglieder des Landschaftsausschusses den LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch heute im nicht öffentlichen Teil der Sitzung damit beauftragen, „das Fusionskonzept wei­ter zu detaillieren“. So je­denfalls lautet der entscheidende Pas­­sus des Beschlussvorschlags in der 67 Seiten starken Vorlage.

Personal soll abgebaut werden

Es sind vor allem die vorab erhobenen wirtschaftlichen Daten über die Fusion , die CDU, SPD, FDP und Grüne allem Anschein nach einmütig zu dieser Entscheidung bewogen haben. Danach gibt es eine Fusion natürlich nicht zum Nulltarif. Im Falle der Provinzial summieren sich die Kosten der Neuorganisation nach Be­rechnungen von Experten in den ersten fünf bis sechs Jahren auf „einen nied­rigen dreistelligen Milli­o­nenbe­trag“.

Deraber, so ist zu hören, „kann bereits innerhalb von nur wenigen Jahren wieder eingespielt werden“. Angeb­lich übertreffen die „Syner­gieeffekte die beim Zusammengehen anfallenden Kosten um das Fünf- bis Sechsfache“. Erreicht werden soll das vor allem durch den Abbau von Personal, „der mit Blick auf die Altersstruktur der Mitarbeiter jedoch sozialverträglich gestaltet werden kann“.

Provinzial Rheinland zunächst skeptisch

Die rheinische Provinzial stand dem Zusammengehen mit der Schwester-Versicherung zunächst eher reserviert ge­genüber. Beobachter gingen anfangs von einem Scheitern der Gespräche aus. „Hier hat aber der Druck des Marktes zu einer neuen Bewertung geführt“, heißt es.

Noch stehen die Verhandlungen ganz am Anfang. Die ei­gentlichen Knackpunkte – beispielsweise die Frage des Hauptsitzes – sind noch ausgeklammert.

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