Förderung des Denkmalschutzes gestoppt
Ehemalige Richter sehen kulturelles Erbe bedroht

Münsterland -

Kulturexperten und Wissenschaftler sind sich einig: Das kulturelle Erbe in NRW ist massiv bedroht. Knapp 15 000 Menschen haben bisher im Internet eine Petition gezeichnet. Darin wird die Landesregierung aufgefordert, die angekündigte Streichung der Landeszuschüsse – rund zwölf Millionen Euro – für die Archäologie und Denkmalpflege zurückzunehmen. Und sie bekommen prominente Unterstützung.

Donnerstag, 11.04.2013, 11:04 Uhr

Denkmalpflege: Dieses Gebäude gehört zu den ältesten Profanbauten in Rheine. Es wurde mit Landesmitteln saniert. Die Landesregierung will bis 2015 sämtliche Zuschüsse für solche Projekte streichen.
Denkmalpflege: Dieses Gebäude gehört zu den ältesten Profanbauten in Rheine. Es wurde mit Landesmitteln saniert. Die Landesregierung will bis 2015 sämtliche Zuschüsse für solche Projekte streichen. Foto: Hermann Willers

Vier ehemalige Präsidenten, Vizepräsidenten und Vorsitzende Richter der Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichte aus NRW haben Ministerpräsidentin Hannelore Kraft einen offenen Brief geschrieben, in dem sie aufgefordert wird, den Beschluss zurückzunehmen.

Heinz-Dieter Upmeier , ehemaliger Vizepräsident des Verwaltungsgerichtes in Münster, wird deutlich: „In NRW standen die Denkmalpflege und der Denkmalschutz von Anbeginn im Spannungsfeld zwischen Bauinteressen, den unterschiedlichsten Motiven bei der Vergabe öffentlicher Mittel und dem Erhalt der Denkmäler. Mehr als häufig verloren Denkmalpflege und Denkmalschutz diese Auseinandersetzung.“ Erst 1980 sei ein Denkmalschutzgesetz beschlossen worden, das Upmeier in einer Jahresarbeit selbst kommentiert hat. „Nochmals zwölf Jahre benötigte der Landesgesetzgeber, um dem Denkmalschutz Verfassungsrang zu verleihen“, heißt es in dem Brief, der außerdem von Professor Paul Stelkens, Dr. Joachim Arntz und Dr. Bernd Schulte unterzeichnet ist.

Personalabbau in den Denkmalbehörden

Trotz allem sei die Situation in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden, „flankiert von einem grassierenden Personalabbau in den Denkmalbehörden“. Die könnten bereits heute nicht mehr, so Heinz-Dieter Upmeier und seine Kollegen, ihren Aufgaben gerecht werden. Upmeier: „Werden die Unteren Denkmalbehörden den Bauämtern untergeordnet, was mittlerweile weit verbreitet ist, hat der Denkmalschutz keine Chance mehr. Diese vernichtende Entwicklung wird nunmehr auch noch durch den Beschluss der Landesregierung verstärkt.“ Das dürfe nicht geschehen.

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