Neue Studie zum Hörvermögen
Osnabrücker hören besser als Münsteraner

Münster -

Die Menschen in Osnabrück und Hamm hören besser als die Münsteraner. Das geht aus einer Emnid-Untersuchung hervor, bei der Münster lediglich im Mittelfeld landet. Für Hörstörungen machen Experten vor allem Freizeitlärm verantwortlich – Straßenlärm hingegen nicht.

Samstag, 20.04.2013, 10:04 Uhr

Neue Studie zum Hörvermögen : Osnabrücker hören besser als Münsteraner
Symbolfoto Foto: dpa

Die Menschen in Oldenburg und Osnabrück , Mainz und Mannheim, Hamm und Halle haben den Münsteranern allesamt eines voraus: Sie hören besser. Dies geht aus einer Untersuchung des Instituts TNS Emnid hervor, das bundesweit 120 000 Hörtests ausgewertet hatte.

Die Oldenburger verfügen danach über das bundesweit beste Hörvermögen , die rote Laterne unter den Großstädten über 100 000 Einwohner geht an Bottrop. Münster landet auf Platz 14 und damit im Mittelfeld. Grundlage für das Ranking war die Hörfähigkeit von Menschen im Frequenzbereich zwischen 500 und 4000 Hertz, der für das Verstehen von Sprache wichtig ist, berichtet das Unternehmen Geers Hörgeräte, das die Studie in Auftrag gegeben hatte.

Nach Einschätzung von Emnid sind vor allem Menschen in Ballungsräumen von Schwerhörigkeit betroffen – wobei weniger Straßenlärm, sondern vor allem Freizeitlärm zunehmend dem Hörvermögen zusetze – vom MP3-Player bis zum Discobesuch.

Ungeachtet der aktuellen Untersuchung arbeitet die Stadt Münster seit einiger Zeit daran, Lärmquellen in der Innenstadt zu ermitteln und Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Wie Ralf Besler , Immissionsschutz-Berater im Grünflächenamt, berichtet, soll dieser Lärmaktionsplan in der zweiten Jahreshälfte Rat und Verwaltung vorgelegt werden.

Laut Besler sind Straßen, Schienen und große Betriebe die Hauptlärmquellen in Münster. Zu den lautesten Stellen im Stadtgebiet zählen nach seinen Angaben der Berliner Platz, die Weseler Straße und die Moltkestraße – „Streckenabschnitte, auf denen viel Verkehr herrscht und zudem die Bebauung sehr nah an die Straßen heranreicht“. Als Gegenmaßnahmen würden derzeit Tempo 30 auf einigen Hauptstrecken, lärmmindernder Asphalt und bauliche Umgestaltungsmaßnahmen geprüft.

Taub oder schwerhörig werde durch Straßenlärm aber kaum jemand, betont Besler. Dieser übersteige selten 75 Dezibel – während unter Kopfhörern und in Discos schnell 85 Dezibel erreicht würden, die auf Dauer tatsächlich das Hörvermögen schädigen könnten.

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