Neue Entwicklung bei Regionalflughäfen
Konkurrenz für den FMO: Twente will nun doch abheben

Twente -

Das Flughafen-Projekt im niederländischen Enschede bekommt neuen Auftrieb. Ein Konsortium um den niederländischen Finanzinvestor Dik Wessels und den Flugzeugabfertiger Aviapartner bekommen für 49 Jahre das Recht, den Flughafen zu betreiben. Damit bekommt der FMO Konkurrenz vor der eigenen Haustür.

Mittwoch, 29.05.2013, 07:05 Uhr

Der Aufbau eines Regionalflughafens im niederländischen Twente wird immer wahrscheinlicher. Am Dienstag hat die Entwicklungsgesellschaft ADT eigenen Angaben zufolge einen Vertrag mit dem Finanzinvestor Dik Wessels und dem international tätigen Flugzeugabfertiger Aviapartner über den Aufbau und künftigen Betrieb des Airports und eines angegliederten Gewerbegebietes geschlossen. „Das sind wichtige Impulse für die Wirtschaft in Twente“, sagte der ADT-Vorsitzende, Enschedes Bürgermeister Peter den Oudsten. Bis Ende 2014 will das Flughafen-Konsortium die Genehmigung für das Projekt vorliegen haben.

Der Vertrag zwischen der ADT und neuen Airport-Konsortium hat eine Laufzeit von 49 Jahren. Die von dem Milliardär Wessels geführte Reggeborgh-Gruppe und Aviapartner erhalten für diesen Zeitraum das Recht, den Flughafen und das dazugehörige Gewerbegebiet zu entwickeln und zu nutzen. Der Flughafen wird den Namen Twente-Airport tragen.

Nach der Unterzeichnung folgt das übliche öffentlich-rechtliche Prozedere. Dabei geht es unter anderem um das Aufstellen eines rechtsgültigen Bebauungsplanes und die Prüfung staatlicher Unterstützungen. Erst wenn dies abgeschlossen ist, wird der Vertrag formell in Kraft treten. Nachdem sich im vergangenen Jahr kein Investor für die Entwicklung des früheren Nato-Flughafens gefunden hatte, schien der Traum von einem internationalen Verkehrsflughafen vor den Toren Enschedes zunächst ausgeträumt zu sein. Dann aber schaltete sich Anfang dieses Jahres die Reggeborgh-Gruppe des in Branchenkreisen hoch angesehen Finanzinvestors Dik Wessels aus dem nahen Rijssen ein.

Gemeinsam mit der ADT  fand er in dem Flugzeugabfertiger Aviapartner einen möglichen Betreiber. Aviapartner ist auf 37 Flughäfen in fünf europäischen Ländern aktiv. Der deutschen Seite und vor allem den Verantwortlichen für den Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) in Greven dürfte diese Entwicklung gar nicht gefallen. Der FMO hat mit  wirtschaftlichen Problemen und sinkenden Passagierzahlen zu kämpfen. Und zwischen Enschede und Greven liegen gerade einmal 58 Kilometer Luftlinie. 

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