Serie Flussgeschichten
Dr. Olaf Niepagenkemper kennt die Flüsse des Münsterlandes wie kaum ein anderer

Münsterland -

Wasser – für Dr. Olaf Niepagenkemper ist es sein Leben. Der 48-Jährige ist in der Nähe der Schleuse in Münster aufgewachsen, sein Vater ist begeisterter Angler, der Onkel Naturfotograf. Und Niepagenkemper kennt fast jeden Fluss, jeden Bach, jeden Teich im Münsterland. Als Mitarbeiter des Landesfischereiverbandes Westfalen-Lippe hat er sein Hobby, die Fischerei, zum Beruf gemacht. Seine zweite große Leidenschaft, nach seiner Familie natürlich, ist die Fotografie.

Dienstag, 21.05.2013, 18:05 Uhr

Der Haubentaucher füttert seinen Nachwuchs mit Federn, damit die Verdauung besser klappt. Auf seinen Fototouren in der Region ist Dr. Olaf Niepagenkemper ganz nah dran.
Der Haubentaucher füttert seinen Nachwuchs mit Federn, damit die Verdauung besser klappt. Auf seinen Fototouren in der Region ist Dr. Olaf Niepagenkemper ganz nah dran. Foto: Uwe Renners

Mit dreieinhalb Jahren hat er seinen ersten Fisch an der Werse gefangen („Ich kann mich noch haargenau daran erinnern“), mit 15 Jahren hat er seinen ersten Graureiher im Südmühlenkolk in Münster fotografiert. So richtig infiziert von der Fotografie wurde er als Student. Sechs Wochen reiste er mit seinem Onkel Karl Niepagenkemper – der Pfarrer bei den Hiltruper Missionaren war – nach Polen und saß mit ihm jeden Tag im Tarnzelt. Ohne Gewehr, aber mit Teleobjektiv. „Das war fantastisch.“

Mit seinen beiden Nikon-Kameras im Gepäck, Stativ und dem 500mm-Teleobjektiv startet der 48-Jährige heute noch im Sommer in der Dunkelheit, um spätestens um fünf Uhr am Fluss zu sein. „Die Ems kenne ich schon sehr lange, mein Vater hatte damals sogar ein Stück in der Nähe von Telgte gepachtet“, erzählt der Diplom-Geograf. Und dass er sich noch an die letzte Begradigung 1980 erinnert.

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„Heute ist die Ems im Raum Münster und Telgte wieder auf dem Weg, so zu werden, wie sie vor der Begradigung war“, sagt Niepagenkemper. Und ist froh darüber. „Der ökologische Zustand ist auch besser geworden. Die anspruchsvolleren Arten wie der Steinbeißer, das Bachneunauge und die Mühlkoppe kommen zurück“, sagt der Angler, und der Fotograf zeigt dabei auf eine Mönchsgrasmücke, die aus der Ferne singt, und erzählt anschließend von den Uferschwalben, die an vielen Stellen wiedergekommen sind.

Wasser ist für Niepagenkemper Lebensgrundlage: „Es ist ein ererbtes Gut, das geschützt und verteidigt werden muss.“ Und er bricht eine Lanze für die vielen Angler: „Sie sind ein Teil der Kulturlandschaft. Sie nutzen die Fischbestände, sie hegen und pflegen sie aber genauso.“ Von eingezäunten Naturschutzgebieten hält der 48-Jährige wenig: „Die Menschen müssen in die Landschaft dürfen. Was sie nicht kennen, können sie nicht schätzen.“

Flussgeschichten

Mit seinen Bildern will er dazu beitragen, dass die besonderen Orte gesehen werden. „Viele wissen gar nicht, wie schön es hier ist und wie wichtig es ist, das zu erhalten. Ich würde gerne eine Ausstellung machen“, sagt Niepagenkemper. Das Foyer des Landschaftsverbandes in Münster würde ihm dafür gefallen. An Fotos mangelt es nicht.

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