Staatsanwaltschaft Münster zieht Bilanz
Steigende Gewaltbereitschaft im rechtsextremen Spektrum

Münsterland -

75 680 Verfahren im Jahr 2012: „Es besteht nicht die Gefahr, dass wir arbeitslos werden“, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin Petra Hermes am Mittwoch in Münster bei einem Pressegespräch. Die steigende Gewaltbereitschaft in der rechten Szene bereitet der Staatsanwaltschaft mehr Arbeit - und Sorgen. Mit einem Intensivtäterkonzept "Rechts" will sie Straftaten verhindern oder konsequent verfolgen.

Mittwoch, 26.06.2013, 17:06 Uhr

Die Leitende Oberstaatsanwältin Petra Hermes

Die Leitende Oberstaatsanwältin Petra Hermes

64 Staatsanwälte, 20 Amtsanwälte und 194 weitere Mitarbeiter bearbeiten derzeit die Fälle für die vier Gebietsabteilungen Münster , Steinfurt/ Warendorf , Borken/Bocholt und Coesfeld. „Damit entfielen auf jeden Staats- oder Amtsanwalt im Durchschnitt mehr als 990 Verfahren“, sagte Hermes . Bei den Jugend- und Jugendschutzverfahren seien im Jahr 2012 18 373 Verfahren bearbeitet worden. Hermes: „Die Verfahren sind von den Jugenddezernenten in einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit von unter einem Monat erledigt worden. Schneller geht es nicht.“

Intensivtäterkonzept gegen "Rechts"

Über immer mehr Gewaltbereitschaft im rechtsextremen Spektrum berichtete Oberstaatsanwalt Dr. Michael Kruse. Mit dem Intensivtäterkonzept „Rechts“ wolle die Staatsanwaltschaft die Erkenntnislage verbessern, Straftaten verhindern und konsequent verfolgen. „Derzeit gehören zehn Personen zu dem Kreis“, sagte Kruse.

 Der Intensivtäter Warendorf ist mit dem in Köln-Ehrenfeld nicht zu vergleichen.

Oberstaatsanwalt Ludger Thiemann

Beim allgemeinen Intensivtäterkonzept werden laut Oberstaatsanwalt Ludger Thiemann seit 2006 die Jugendlichen betreut, die durch zahlreiche Delikte auffallen und für Angst in der Bevölkerung sorgen. So habe eine Gruppierung von zwölf bis 14 Kindern und Jugendlichen in Ascheberg den „Ort unsicher gemacht“. Durch die Zusammenarbeit mit vielen Institutionen habe man die Jugendlichen einerseits polizeilich konsequent ins Visier genommen und sie andererseits wieder auf den rechten Weg gebracht. Auch in Warendorf habe es solch eine Gruppe gegeben. Thiemann: „Insgesamt geht es uns aber noch gut. Der Intensivtäter Warendorf ist mit dem in Köln-Ehrenfeld nicht zu vergleichen.“

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