Unwetter im Münsterland
Dülmener stirbt bei Kampf gegen eindringendes Wasser

Ochtrup/Münster/­Bonn -

Wetterexperten hatten gewarnt: Unwetter lösen die schwülwarme Hitze ab. Doch dass es im Münsterland so schlimm kommen würde, hatten selbst Experten nicht vorhergesagt. In Dülmen starb ein 80-Jähriger offenbar bei dem Versuch, seinen Keller vor den Wassermassen zu schützen.

Donnerstag, 20.06.2013, 18:06 Uhr

Angehörige fanden den Mann am Nachmittag leblos im überschwemmten Keller. Rettungskräfte konnten ihm nicht mehr helfen. Nach Polizeiangaben dürfte er beim Arbeiten gegen das eindringende Wasser aus gesundheitlichen Gründen zu Tode gekommen sein. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.

Retter im Dauerstress

Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und an einigen Orten sogar komplette Stromausfälle – das Unwetter hat im Münsterland schwere Schäden hinterlassen. In Ochtrup fiel stundenlang der Strom aus, vermutlich war ein Blitz in einer Trafostation eingeschlagen, in der Stadt Coesfeld lief eine Tiefgarage voll Wasser. Da sich in dem Gebäude Trafos befanden, bestand kurzzeitig Explosionsgefahr.

Unwetter sorgt für Schäden im Münsterland

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  • Dülmen 14:13 Uhr: Das Unwetter kündigt sich an.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • In Rheine musste ein Regionalexpress evakuiert werden, weil Bahnschranken in die Oberleitungen geweht waren.

    Foto: Jens Kampferbeck
  • Ein vom Sturm umgewehter Baum in Emsdetten.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Land unter in Emsdetten.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Auch in Emsdetten...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • ... wurden mehrere Bäume entwurzelt.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • In Darup musste eine Straße wegen Unterspülung gesperrt werden.

    Foto: Ludger Warnke
  • Das überflutete Coesfelder Kreuz in Münster...

    Foto: Oliver Werner
  • ...wird dieser Radfahrer wohl nicht trocken überquert haben.

    Foto: Oliver Werner
  • Im ganzen Münsterland verursachte das Unwetter Schäden.

    Foto: Björn Meyer
  • In Münster stürzte in Bahnhofsnähe (Fürstenbergstraße)...

    Foto: Oliver Werner
  • ...ein Baum auf ein Auto.

    Foto: Oliver Werner
  • Mehrere Insassen wurden verletzt.

    Foto: Oliver Werner
  • Am Friesenring stürzte ein Baum auf...

    Foto: Oliver Werner
  • ...einen silbernen Pkw.

    Foto: Oliver Werner
  • Dieses Auto in Nottuln muss tief eintauchen.

    Foto: Birgitta Raulf
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    Foto: Ludger Warnke
  • Ein Mann trotzt den starken Regenfällen in Warendorf.

    Foto: Edler
  • In Senden wütete das Unwetter kurz und heftig. Die Straßen waren teilweise unter Wasser...

    Foto: di
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    Foto: di
  • In Havixbeck entwurzelte das Unwetter einige Bäume.

    Foto: Markus Kampmann
  • Der Sendplatz in Metelen.

    Foto: rs
  • Auch in Burgsteinfurt muss die Feuerwehr Wasser abpumpen.

    Foto: Drunkenmölle
  • Auch an der Hafenstraße in Münster konnten die Gullis die Wassermassen nicht mehr fassen.

    Foto: hö

Bei Rheine mussten Helfer auf freier Strecke einen Regionalexpress evakuieren; eine durch die Luft wirbelnde Schranke hatte die Oberleitung zerstört; in Havixbeck blockierten umgestürzte Bäume die Strecke zwischen Münster und Coesfeld.

Schwer wütete das Unwetter auch über dem Stadtgebiet von Münster. Nach Angaben der Polizei gingen 480 Notrufe ein, Polizei und Feuerwehr musste zu 150 Einsätzen ausrücken. Viele umgestürzte Bäume und Äste lagen auf den Straßen, Keller waren überflutet. Mindestens fünf Verletzte forderte ein Unfall im Stadtzentrum, als ein Baum auf einen Pkw und auf einen Rollerfahrer stürzte. Ausnahmezustand herrschte auch am Hauptbahnhof.

Unwetter in Münster

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Die Unwetter kamen nicht überraschend. Meteorologen hatten vor Tornados gewarnt. Wetterexperte Ruhnau sprach von einer „explosiven Mischung“: Kalte Luft aus Frankreich sei auf die schwül-heiße Luft, unter der NRW seit zwei bis drei Tagen geschwitzt habe, getroffen.

Land unter im Münsterland

Auch aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis wurden erhebliche Schäden gemeldet. Bei der Polizei Bonn gingen knapp 1000 Notrufe ein. Auch hier wurden überflutete Straßen und vollgelaufene Keller gemeldet. Personen kamen dort aber nicht zu Schaden. In Bad Godesberg wurde ein Supermarkt überschwemmt. Dort waren die Kunden zeitweise eingesperrt, weil sich die automatischen Türen wegen des Wassers nicht öffneten.

Auch in Niedersachsen und im Sauerland war Land unter: „Im gesamten Gebiet ging hier quasi die Welt unter“, sagte Britta Breuers von der Polizeidirektion Oldenburg.

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