Energiewende
Politiker und Wirtschaftsvertreter diskutieren über das Münsterland als Modellregion

Münster -

Das Münsterland als Modellregion für die Energiewende? Auf Einladung führender CDU-Politiker haben Vertreter der Wirtschaftsverbände, der Land- und Energiewirtschaft am Donnerstag über das Thema diskutiert und die Schaffung eines „Kompetenzzentrums Energiewende 2.0“ angeregt. Wichtig ist den Initiatoren bei alldem: Auch die Öko-Energie muss am Ende bezahlbar sein...

Donnerstag, 18.07.2013, 18:07 Uhr

Das Münsterland als Musterland für die Energiewende : Jetzt positionieren sich auch führende CDU-Politiker in dieser Richtung. Das Neue an ihrer Idee: Die Einrichtung eines regionalen Kompetenzzentrums – dieses „könnte ei­ne Art Informations- und Di­alog-­Kno­ten­punkt sein und Projekte für einen bezahlbaren Ausbau der erneuerbaren Energien realisieren“, erklärte der heimische Europa-Abgeordnete Dr. Markus Pieper am Donnerstag.

Auf Einladung von CDU-Bezirkschef Karl-Josef Laumann und Pieper hatten sich Spitzenvertreter der regionalen Wirtschaftsverbände, der Land- sowie der Energiewirtschaft zuvor in Münster getroffen. Ihr Ziel: einen Beitrag dazu leisten, dem Münsterland im lauter werdenden Konzert der Region Gehör zu verschaffen.

Wichtig ist den Akteuren, beim Thema Energiewende, auch auf die Bezahlbarkeit zu achten.„Strom aus Wind, Biomasse oder Sonne darf die Stromkosten nicht immer weiter in die Höhe treiben. Den erneuerbaren Energien fehlt sonst zunehmend der Rückhalt in der Bevölkerung und bei den Unternehmen“, sagte Pieper.

Die Initiative könnte – so Laumann – ein erster Baustein sein, um das von den Landräten der Münsterland-Kreise und dem Oberbürgermeister Münsters angestoßene Regionalprogramm„Marke Münsterland“ zu konkretisieren.

Damit betreten die Akteure kein Neuland. Die regionale Management-Agentur „Münsterland e.V.“ hat schon konkret in diese Richtung gedacht, die Bezirksregierung und der Regionalrat auch.

Das Charmante an der Idee. Das Münsterland bietet sich förmlich an, Modellregion für die Energiewende zu werden. Gemessen an der Vergütung durch das Er­neu­erbare­-Ener­gi­en-Gesetz liegt der Regierungsbezirk im NRW-Vergleich bei der erzeugten Öko-Energie an der Spitze. Rund 29 Prozent der landesweit produzierten Menge stammen aus der Region. Zum Vergleich: Aus den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf kommen jeweils 14, aus Detmold 19 und aus Arnsberg 23 Prozent. Außerdem tummeln sich zahlreiche Unternehmen sowie die Hochschulen auf diesem Terrain.

Bei alldem an die Bezahlbarkeit zu denken, ist klug: Schließlich ärgern sich zahlreiche Bürger maßlos über die explodierende Ökostrom-Umlage. Ein Anstieg von 0,2 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2000 auf inzwischen 5,3 Cent ist nicht von Pappe.

Ein solcher Prozess muss gesteuert werden. Darum setzen die Initiatoren auch auf das Kompetenzzentrum. „Das muss natürlich bei der Management-Agentur Münsterland e.V. angedockt werden“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing gegenüber unserer Zeitung.

Aus seiner Sicht die erste Aufgabe des geplanten Zentrums: „Wir brauchen auch auf diesem Feld ein Kataster.“ Schließlich sei derzeit noch völlig unbekannt, „wer wann, wie, wo und was im Bereich der Energiewende macht“. Das klingt nach Kärrnerarbeit – und nach einem vernünftigen Weg.

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