Joggen ist gegen alles gut – nur nicht gegen Übergewicht
Kasse will Sportmuffel mit Gesundheitstest von der Couch holen

Münster -

Eines kann Laufen nicht, sagt Dr. Ralf Schomaker: beim Abnehmen helfen. Aber dafür hat der Sport „unschätzbare Effekte auf den Blutdruck, den Krebs, die Demenz“, betont der Arzt am Zentrum für Sportmedizin Münster (ZfS). Und soll der Techniker Krankenkasse (TK) deswegen mit den anderen Sportärzten im Land helfen, möglichst viele Sportmuffel von der Couch zu holen.

Donnerstag, 11.07.2013, 07:07 Uhr

40 Prozent aller Menschen in NRW treiben nach einer Umfrage von Forsa selten oder nie Sport. Limo statt Laufen, Whopper statt Walken, Schlemmen statt Schwimmen. Auf die hat es die Kasse abgesehen: „Alles ist besser als nichts tun“, sagt Ulrich Adler von der TK. „Es geht nicht um den Marathon, sondern um die Rückkehr in den Sport.“

Zur Erklärung: Joggen hilft nur dann beim Abnehmen, wenn man seine Ernährung auch umstellt. Bei den üblichen Distanzen und Geschwindigkeiten, die normale Jogger bewältigen, werden nicht so viele Kalorien gebraucht wie gemeinhin gedacht. Wer abnehmen will, muss vor allen seine Ernährung umstellen: „Keine Nudeln, kein Reis, keine Kartoffeln, keine Limo und keine Süßigkeiten. Stattdessen Fleisch, Fisch und viel Gemüse“, wie Dr. Schomaker erklärte.

 

Eine sportmedizinische, höchstens 30 Euro teure Untersuchung soll den Versicherten die Angst nehmen, dass sie gleich tot umfallen, wenn sie nach 20 Jahren zum ersten Mal wieder richtig Sport machen. Das ist nach Angaben des Verbandes der Ersatzkassen ein einzigartiges Angebot. Untersucht werden unter anderem das Herz, das Skelett oder die Lunge. Das soll Risikofaktoren wie etwa einen Herzfehler ausschließen.

Danach kann es losgehen. Mit 20 Minuten anfangen, irgendwann zwei Mal die Woche 90 Minuten am Stück „lang und langsam bewegen“, bewirke schon Wunder. Wer dabei 30 bis 60 Mal seinen inneren Schweinehund überwunden hat, den zieht es so schnell nicht wieder zurück aufs Sofa.

Laufanfänger machen so gut wie nie den Fehler, dass sie zu langsam oder zu wenig laufen. Die meisten quälen sich so sehr, dass ihr Sport oft Verletzungen zur Folge hat. Jeder Zweite klage über Gelenk- und Rückenschmerzen, jeder fünfte sogar über Brüche und Risse. „Wir wollen, dass sich die Jogger entspannen und nicht anstrengen“, sagt Schomaker. Dafür hilft die Kasse bei Trainingsplänen und unterstützt 25 Laufevents unter anderem in Münster , Warendorf und Emsdetten. 

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