Drängelei im Nahverkehr
80 Prozent mehr Fahrgäste reizen die Kapazität aus

Münsterland -

Immer vollere Züge, zum Teil eingleisige Hauptstrecken und immer mehr Fernzüge, die Vorrang haben: Der Schienenverkehr im Münsterland gerät in Stoßzeiten an Kapazitätsgrenzen. Der Grund dafür ist eigentlich positiv: Die Zahl der Menschen, die regelmäßig mit dem Zug fahren, steigt. Im Bereich des Zweckverbandes Schienen-Personen-Nahverkehr Münsterland (ZVM) ist die Zahl zwischen dem Jahr 2000 und 2010 von täglich 52 000 auf 94 000 gestiegen. „Das ist ein Plus von 81 Prozent“, sagtdie Linien der Regionalbahn (RB) 64 zwischen Münster und Enschede (plus 130 Prozent) und die RB 63 zwischen Münster und Coesfeld (plus 121 Prozent).

Dienstag, 06.08.2013, 13:08 Uhr

Drängelei im Nahverkehr : 80 Prozent mehr Fahrgäste reizen die Kapazität aus
Foto: Günter Benning

Immer vollere Züge, zum Teil eingleisige Hauptstrecken und immer mehr Fernzüge , die Vorrang haben: Der Schienenverkehr im Münsterland gerät in Stoßzeiten an Kapazitätsgrenzen. Der Grund dafür ist eigentlich positiv: Die Zahl der Menschen, die regelmäßig mit dem Zug fahren, steigt. Im Bereich des Zweckverbandes Schienen-Personen-Nahverkehr Münsterland (ZVM) ist die Zahl zwischen dem Jahr 2000 und 2010 von täglich 52 000 auf 94 000 gestiegen. „Das ist ein Plus von 81 Prozent“, sagtZVM-Geschäftsführer Micha­­el Geuckler .Ammeisten pro­fitierendie Linien der Regionalbahn (RB) 64 zwischen Münster und Enschede (plus 130 Prozent) und die RB 63 zwischen Münster und Coesfeld (plus 121 Prozent).

Die Kehrseite: Immer häufiger ist das Netz überlastet. Züge sind überfüllt, Verspätungen wachsen sich aus. Besonders betroffen davon sind die eingleisigen Strecken Münster-Lünen sowie Münster-Enschede und der Hauptbahnhof in Münster.

Während sich der seit Jahren geforderte zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke nach Lünen hinzieht, deutet sich auf der Strecke nach Enschede eine Lösung an. Damit sich die Züge nicht nur in Bahnhöfen begegnen können, plant die Bahn-Tochter DB-Netz den zweigleisigen Ausbau der Strecke zwischen Nordwalde und Altenberge. Derzeit laufen die Vorplanungen, „wir rechnen noch im August mit Ergebnissen“, bestätigte ein Bahnsprecher. Für die Elektrifizierung hat der ZVM Mittel bei der Euregio beantragt. Kosten: voraussichtlich 70 Millionen Euro. „Wir könnten dann auf der Strecke mit Doppelstock-Wagen fahren und so die steigende Zahl der Reisenden besser kompensieren“, sagt Geuckler.

Problematisch bleibt der münsterische Hauptbahnhof mit seinen acht Bahnsteigen. „Die sind voll“, so der ZVM-Chef. Ein Gleis steht noch als Erweiterung zur Verfügung, dort laufen derzeit Vorbereitungen, es umgehend in Betrieb nehmen zu können. „Spätestens wenn Münster an den Rhein-Ruhr-Express angeschlossen wird, reichen die heutigen Gleise nicht mehr“, sagt Geuckler.

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