Ziel: 2014 keine Destination verlieren
Positive Ryanair-Zahlen am FMO

Rund 20000 Fluggäste sind in den Ferien von Greven aus mit der irischen Billig-Airline Ryanair nach Spanien geflogen. Der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) ist mit der Zahl zufrieden. Damit produziert der Airport erstmals seit Langem wieder eine positive Nachricht. Ryanair könnte sich zum Rettungsanker für den FMO entwickeln.

Dienstag, 03.09.2013, 07:09 Uhr

Greven „Nein, Tunnel mag ich einfach nicht mehr.“ Am Ende des Gespräches sagtFlughafenchef Gerd Stöwer sinngemäß diesen Satz. Er ist als Anspielung gemeint auf das Wortspiel mit dem Licht am Ende des Tunnels. Seit ein paar Jahren schon steckt der Flughafen Münster/Osnabrück ( FMO ) in der Krise. Da wird es Zeit für ein paar Lichtblicke.Wird Ryanair ein solcher?

Hoffnung für Ex-Air-Berlin-Wartungsstation

Neue Hoffnung für das Personal in der Air-Berlin-Wartungsstation am FMO: Im vergangenen Jahr hatte die Airline zuerst angekündigt, das Personal von 27 auf acht Techniker zu reduzieren, vor einigen Monaten kam dann die Ankündigung für die endgültige Schließung in diesem Oktober. Der Grund: Nach dem aktuellen Flugplan ist keine Air-Berlin-Maschine über Nacht am Flughafen in Greven stationiert. Darum entfällt die Grundlage für einen eigenen Wartungsstandort. Das Aus kann nun vielleicht doch abgewendet werden. Nach Informationen unserer Zeitung ist eine Lösung im Gespräch, nach der die verbliebenen acht Techniker die Wartungsstation in eigener Regie weiterführen und ihre Dienste allen in Greven startenden Fluggesellschaften anbieten. Am  Paderborner Flughafen, wo Air Berlin ebenfalls die Flugzeugwartung ein halbes Jahr früher dichtgemacht hat, wird nach demselben Modell verfahren. Flughafenchef Gerd Stöwer kommentierte das am Montag nicht.

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Die Billigairline, die seit Juni ab Greven fliegt, könnte sich zum Rettungsanker für den FMO entwickeln.Knapp 20 000 Passagiere haben die Iren in den Feri­enwo­chen aus dem Münsterland nach Girona und Málaga in Spanien geflogen. Die Zahl ist ganz ordentlich. Letztlich entscheidend ist aber etwas anderes. Es ist nach vielen Monaten erstmals wieder eine positive Nachricht vom FMO.

Auf der Teppichetage je­denfalls geht man davon aus, dass die Talsohle erreicht ist. Mit 800 000 Fluggästen rund 20 Prozent weniger als im bereits mauen Vorjahr, zudem ein dickes Loch in der Kasse: weiter runter geht‘s kaum.Nach wie vor hält der FMO von allen NRW-Airports die rote Laterne. Das soll na­türlich alsbald anderswerden.

19 Ziele sind vomFMO aus derzeitzuer­rei­chen. Im Winter wird ih­re Zahl auf zehn sinken. Üppig geht natürlich anders. Doch auch der Flughafen hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und vermeidet jetzt jedes wortreiche Hoffen auf bessere Zeiten.

Wichtig sei zunächst, sagt Stöwer, die Zahl der Destinationen für den Sommerflugplan 2014 zu halten. Was angesichts der Tatsache, dass nicht nur Air Berlin am Stock geht, kein leichtes Unterfangen ist. Da gilt es, einerseits den Airlines entgegenzukommen – so wie es hilft, die Billig-Airline als Trumpf im Ärmel zu haben. Allein die Präsenz der Iren signalisiert: Der FMO ist nicht tot!Das schützt vor allzu forschen Forderungen der Konkurrenz.

Den Bestand an Destinationen erhalten und die Zahl der Passagiere womöglich steigern, das sind die absehbaren Ziele am FMO. „Wir peilen für 2014 aber schon in Richtung Eine-Million-Grenze“, sagt der FMO-Geschäftsführer. „In Richtung“ – wohlgemerkt. Heißt: Weniger wäre durchaus möglich. AirBerlin, so viel steht wohl jetztschon fest, fliegt auch im Sommer 2014 Palma, Ibiza, Korfu und drei- anstatt viermal pro Woche Antalya an. Tui möchte womöglich mehr, eine kleine Airline aus den Niederlanden will Greven angeblich wieder mit Berlin oder Stuttgart verknüpfen, und Ryanair bleibt vorerst beim Bestehenden. Letzteres ist als Nachricht gar nicht so übel, wenn man weiß, dass die 30 bis 40 Flughäfen, die wie der FMO un­ter der Air-Berlin-Malaise leiden, dem Billigheimer allesamt sofort den roten Teppich ausrollen würden.

Ein erstes Pflänzchen oder doch nur Prinzip Hoffnung? Bei der Passagierentwicklung ist der FMO für 2014 vorsichtig optimistisch. Für die Sommermonate geht der Flughafen internen Berechnungen nach voneinem prozentualen Zuwachsin zweistelliger Höhe aus.

Für die Bilanz sieht das anders aus. Auf rund zehn Millionen Euro beläuft sich das Defizit in 2013. Und der Weg zur schwarzen Null ist steil und steinig.

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