Köpfe abgeschlagen
Unbekannte verwüsten wiederholt Bildstöcke im Tecklenburger Land

Ibbenbüren -

Kaputt geschlagen, demoliert, zerstört. Tatort diesmal: Püsselbüren. Dort haben Unbekannte zum 13. Mal sakrale Gegenständen beschädigt. Alle sind in der Region rund um Ibbenbüren geschehen. Diesmal wurde ein Marienbild zum Ziel blinder Zerstörungswut.

Donnerstag, 28.11.2013, 18:11 Uhr

„Ich habe extra schon jeden Morgen nach der Marienstatue geschaut. Hab’ nachgesehen, ob sie noch heile ist“, sagt der 71-jährige Ludger Schrameyer . Er wohnt fast nebenan. Und gestern Morgen war Schrameyer sehr traurig: Der Täter – vielleicht auch die Täter –  haben bei ihm vor der Haustür zugeschlagen.

Offenbar in der Nacht zum Donnerstag wurde die unter Denkmalschutz stehende Statue demoliert. Der Bildstock zeigte die Gottesmutter Maria zwischen zwei Frauen. Von allen drei Figuren wurden die Köpfe abgeschlagen. „Sie liegen in tausend Stücke geschlagen hier herum“, sagt Ludger Schrameyer. „Ich habe sowieso fast jeden Morgen damit gerechnet, dass irgendwann auch mal diese Statue dran ist.“

Die Statue ist rund 200 Jahre alt. Als vor knapp 20 Jahren der Püsselbürener Damm ausgebaut wurde, wurde der Bildstock noch um einige Meter versetzt. Erst vor einigen Monaten sei die Statue und die Gebetsstelle neu überarbeitet, restauriert und auch neu bepflanzt worden. „Das war gerade tipp-topp in Ordnung gebracht und jetzt diese Bescherung“, ärgert sich Schrameyer. Wie hoch der Schaden ist, kann er nicht abschätzen. Und an eine Reparatur will er noch keinen Gedanken verschwenden: „Solange der oder die Täter nicht gefasst sind, wird hier nichts repariert.“

Nach den Worten von Polizeisprecher Reiner Schöttler geht die Serie „allen Kollegen echt nahe. Wir nehmen das ernst, ermitteln sehr intensiv.“ Die Polizei gehe davon aus, dass es sich um eine Serie von Straftaten an sakralen Gegenständen handeln könnte. Sieben solcher Taten sind Ende September im Raum Mettingen begangenen worden, sechs Taten jetzt aktuell im Raum Ibbenbüren . „Wir schreiben in jedem Fall von Amts wegen eine Strafanzeige“, sagt Schöttler.

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