Bombenfund am Schlossplatz in Münster
Entwarnung - Die Bombe ist entschärft

Münster - Ein Baggerfahrer hatte bei Kanalarbeiten am Schlossplatz am Mittwochmorgen eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Kurz vor 15 Uhr begann die Entschärfung der Bombe. Nur eine knappe halbe Stunde später folgte Entwarnung - die Entschärfung ist geglückt.

Mittwoch, 04.12.2013, 15:12 Uhr

Es ist 15.20 Uhr, als Guido Kleinschnitker ausmalt, was alles kaputtgehen würde, wenn die Operation etwa 200 Meter entfernt schief geht. Da ist Heinz-Dieter Berchem , Experte des Kampfmittelräumdienstes, schon fast eine halbe Stunde am Zünder der Fünf-Zentner-Bombe auf dem kleinen Uni-Parkplatz am Schloss am Werk. „Wenn die Bombe hochgehen würde, bräuchten wir ein neues Schloss“, illustriert Kleinschnitker, von der Einsatzleitung der Feuerwehr . Noch während er spricht, knackt es in seinem Funkempfänger, eine Stimme meldet: „Bombe entschärft“.

Bombenfund am Schlossplatz

Beinahe 200 Einsatzkräfte

Nahezu sechs Stunden hat der Sprengkörper bis dahin 100 Feuerwehrleute, 60 Polizisten und 22 Rettungskräfte massiv beschäftigt. Die britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist um 9.45 Uhr bei Erdarbeiten auf dem Parkplatz gefunden worden. Wenig später ist der große Schlossplatz abgesperrt, wer hier schon sein Auto abgestellt hat, kommt vorerst nicht wieder weg. „Zum Glück waren die vielen Touristenbusse für die Weihnachtsmärkte noch nicht da“, erzählt ein Feuerwehrsprecher. Sie alle mussten sich andere Abstellmöglichkeiten suchen.

Das Foto zeigt den Evakuierungsbereich:

neu

Sammelunterkünfte

Hanni und Dietrich Kloss wohnen am Schlossplatz – und als sie am Mittag in ihre Wohnung zurück wollen, werden sie von der Feuerwehr aufgehalten. Statt in ihrem Wohnzimmer  lesen sie ihre Zeitung im Stein-Haus der Universität am Schlossplatz, einer der beiden Sammelstellen für evakuierte Anwohner. Sie haben lange in Berlin gewohnt: „Bombenentschärfungen kennen wir gut von dort“, sagen sie gelassen. Auch für Christiane Axnich und die anderen freiwilligen Helfer vom Roten Kreuz, die dort die sparsam hereintröpfelnden Anwohner registrieren, und mit Getränken bewirten, ist das keine Ausnahmesituation. Mehrmals sind sie schon wegen Bombenentschärfungen von ihren Arbeitsplätzen oder wie Schülerin Cassandra Hoffmann aus dem Unterricht abkommandiert worden.

Bombenfund am Schlossplatz

1/50
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Foto: Markus Lehmann
  • Evakuierung Vom-Stein-Haus

    Foto: Markus Lehmann
  • Evakuierung Vom-Stein-Haus

    Foto: Markus Lehmann

Studenten haben vorlesungsfrei

Die Studenten, nicht nur im Stein-Haus, sondern auch im Hörsaalgebäude am Schlossplatz und im Schloss selbst, haben ab 12 Uhr vorlesungsfrei. „Wir wissen ja nicht, wie lange die Sperrung dauert“, erklärt Uni-Prorektorin Marianne Ravenstein, die ihren Arbeitsplatz vom Schloss in die Cafeteria des Stein-Hauses verlagert hat. Die Mitarbeiter der Uni im Schloss und den umliegenden Instituten sowie die Mitarbeiter in Gericht und Staatsanwaltschaft haben an diesem Tag unplanmäßig frei. Für die Feuerwehr ist es ein einfacher Evakuierungseinsatz, wie Guido Kleinschnitker sagt: „Die meisten freuen sich, wenn sie gehen dürfen.“

------------------------------------------------------------------------------------------------------

Straßen gesperrt

Auf der vierspurigen Straße Schlossplatz, Hauptverkehrsader durch Münster, herrschte am Mittwoch stundenlang geradezu vorweihnachtliche Ruhe. Autofrei und menschenleer war eine Zone 300 Meter im Umkreis des Bombenfundes. Drumherum stauten sich Autos, Busse Fahrräder und auch Fußgänger in der Innenstadt um so mehr. Alle mussten große Umwege in Kauf nehmen, um den Bereich um das Schloss zu umgehen. Auf der kompletten Weseler Straße war kein Durchkommen, nur mühsam wälzte sich der Verkehr auf der Steinfurter Straße gen Innenstadt.

Neben den Studenten und Mitarbeitern von Uni und Justiz waren etliche Hundert Anwohner von den Evakuierungen betroffen. Nur 22 suchten die eingerichteten Betreuungsstellen auf.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2081002?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F1758780%2F2577160%2F
Adrian fliegt zur Weltmeisterschaft nach Tokio
Spenden für Trampolinturner: Adrian fliegt zur Weltmeisterschaft nach Tokio
Nachrichten-Ticker