Film von Hans Müller-Westernhagen
In Reken gedrehter Heimatfilm erscheint 57 Jahre nach Entstehung

Reken -

„Wir haben überlegt“, flachst ein sichtlich gut gelaunter Bürgermeister Heiner Seier, „die Ortstafeln ,Reken‘ durch ,Honigheim‘ zu ersetzen.“ Honigheim stand 1956 für Reken in einem Film, dessen Entstehungsgeschichte mehr als kurios ist. Die Story rund um den Heimatfilm hat der münsterländischen Gemeinde (gut 14 000 Einwohner) überregionales Interesse beschert. Heute wird der Schwank erstmals in Reken gezeigt. Die Karten für die Premiere waren innerhalb weniger Minuten vergriffen. Die Gemeinde legt zwei Aufführungstermine nach.

Donnerstag, 05.12.2013, 15:12 Uhr

Den Bauernschwank „Das Dorf in der Heide“ drehte Hans Müller-Westernhagen (Vater von Sänger und Schauspieler Marius) im Jahr 1956. Schauspieler wie Hugo Lindinger, Paul Henckels und Albert Florath sowie Statisten aus Reken wirkten mit.

Der Film, der in Reken und einem Tanzsaal als Atelier in Düsseldorf-Eller gedreht wurde, hat es 57 Jahre lang nicht ins Kino geschafft. Der Grund: 1957 ging die Produktionsgesellschaft pleite.

Wenn es nicht Anton Heilken gäbe, wäre das ungeschnittene Rohmaterial wohl im Bundesarchiv in Koblenz verstaubt. Der Klein Rekener hat eine besondere Beziehung zum Film. Bekannte und Verwandte hatten immer wieder von den Dreharbeiten erzählt. Vor einigen Jahren entdeckte er in Koblenz 43 Filmbüchsen mit 35-mm-Material – ungeordnet, ohne Ton und Drehbuch. Der heute 69-Jährige ließ nicht locker, recherchierte und telefonierte kreuz und quer durch die Republik. Ein Gespräch mit Michael Wiedemann , Produzent von „Theo gegen den Rest der Welt“ und „Panische Zeiten“, half weiter.

Wiedemann – damals bei der Film- und Medienstiftung NRW – brachte Menschen, Ideen und Technik in Köln, Münster, München und Freiburg zusammen, darunter Studenten und Professoren.

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In Münsters Cinema läuft der Film am 13. Dezember, 18 Uhr

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In einem wohl bundesweit einmaligen Projekt arbeiteten sie das vorhandene Material auf und machten daraus einen fertigen Film. Das war zum Teil sehr aufwendig. Sie nahmen typische Geräusche von knarzenden Türen und aufgescheuchten Hühnern in Reken auf. Sie kümmerten sich um die Story, das Nachvertonen mit Musik, den Schnitt und die Digitalisierung. Hilfreich waren beim Rekonstruieren der Geschichte zwei Lippenleserinnen sowie ein Beitrag in der „Illustrierte Filmbühne“.

Zum Inhalt des Schwanks mit Liebe und Intrige: Der Bürgermeister von Honigheim will, dass in seinem Ort nach Öl gebohrt wird. Fremde, die in den Ort kommen, werden fälschlich für Ingenieure gehalten. Zwar sprudelt kein Öl, aber die Tochter des Bürgermeisters trifft ihre große Liebe.

Heute kommen Filmleute und Studenten der Internationalen Filmschule (ifs) Köln sowie der Musikhochschule Freiburg zur Premiere nach Reken. Das steht auf den Ortstafeln – und nicht Honigheim.

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