Mysteriöse Zeichen an Hauswänden
Gaunerzinken weisen Einbrechern den Weg - Drei Fälle im Münsterland

Münsterland -

Auch, wenn sie an Häuserwänden zu finden sind, die Kreidezeichen der Heiligen Drei Könige haben ganz bestimmt nichts damit zu tun. Die Zeichen, um die es geht, haben einen ganz anderen Hintergrund. Es handelt sich um sogenannte Gaunerzinken. Die erleben in Norddeutschland gerade eine Renaissance. Die Polizei in Flensburg hat vor ein paar Tagen davor gewarnt, dass Diebesbanden sich dort verstärkt damit verständigen. In einigen Fällen seien sie nach Einbrüchen festgestellt worden.

Donnerstag, 16.01.2014, 18:01 Uhr

Im Münsterland hat es in den vergangenen Wochen drei Fälle gegeben, bei denen solche Gaunerzinken von Zeugen gemeldet wurden. Die Kritzeleien sind an Haustüren, -wänden, Gartenzäunen, Masten, Klingelbrettern, Briefkästen oder auf Türzargen aufgemalt. Oft sind sie so klein, dass sie von den Bewohnern übersehen werden. Mit den Zeichen markieren Diebesbanden lohnende Tatorte oder warnen Komplizen vor bissigen Hunden oder in der Nähe wohnenden Polizisten.

Bei den drei Fällen im Münsterland (Havixbeck, Senden und Drensteinfurt) ist es nicht zu Einbrüchen gekommen. „Die Hausbewohner in Drensteinfurt hatten das Zeichen direkt beseitigt“, berichtet Susanne Dirkorte von der Polizei in Warendorf. Sie rät den Bürgern, ein Foto zu machen, das Zeichen zu entfernen und Kontakt mit der Polizei aufzunehmen. „Da kann man sich gut an den Bezirksbeamten wenden“, sagt sie. Anhand der Bilder ist es unter Umständen möglich, die Zeichen bestimmten Tätergruppen zuzuordnen.

Dass die Zeichen schnell entfernt werden sollten, dazu rät auch die Polizei in Coesfeld. Sie rückte im Dezember nach Senden aus, sammelte und fotografierte dort verdächtige Symbole. Die, so die Polizei, seien oft schwer zu verifizieren. „Das können auch Kinder gewesen sein“, sagt Pressesprecher Martin Pollmann. In dem Fall in Senden war auch eine Kita betroffen. Die Leiterin glaubte dort aber nicht an Kinderhände, weil die aufgebrachte Kreide ölhaltiger und witterungsbeständiger gewesen sei.

„Wir wissen, dass es diese Zeichen gibt und achten auch darauf“, sagt der Pressesprecher der Kreispolizeibehörde in Steinfurt, Reiner Schöttler. In letzter Zeit habe es einen Fall gegeben, „wo wir Hinweise darauf hatten“. Der Bewohner hatten die Zeichen aber ebenfalls bereits entfernt. Kein Thema sind die Gaunerzinken bei der Polizei in Münster. „Bisher sind sie hier nicht aufgetaucht“, berichtet Ronald Vorholt.

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