Preis des Westfälischen Friedens
ISS wird ausgezeichnet

Mit dem Preis des Westfälischen Friedens werden in diesem Jahr die „International Space Station“ (ISS) und die Jugendarbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge geehrt.

Donnerstag, 13.03.2014, 12:03 Uhr

Das Preisgeld in Höhe von 100.000 Euro geht traditionell je zur Hälfte an beide Preisträger. Die feierliche Verleihung des Preises findet am 25. Oktober im Rathaus zu Münster statt.

Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL) vergibt den Preis in zwei Kategorien:

Zum einen wird eine Persönlichkeit/Insitution geehrt, die sich für die föderale Organisation Europas und die friedliche Versöhnung stark gemacht hat. In der zweiten Kategorie werden Jugendgruppen ausgewählt, die sich um Frieden und Aussöhnung verdient gemacht haben.

„Männer und Frauen, die noch zur Zeit des Kalten Krieges in verfeindeten Blöcken lebten, arbeiten und leben heute ganz selbstverständlich zusammen auf engstem Raum“, heißt es über die ISS-Raumfahrer in der Begründung der WWL. „Der Erfolg dieses ,Außenpostens der Menschheit’ im All belegt, dass eine friedliche internationale Zusammenarbeit von Partnern unterschiedlichster Kulturen möglich ist.“

Entgegennehmen soll den Preis eine internationale Gruppe von Astronauten und Kosmonauten, die gemeinsam zu den Besatzungen der ISS gehörten.

Die „International Space Station“ (ISS) steht für eine friedliche internationale Zusammenarbeit der ehemals verfeindeten Supermächte Russland und USA im All. 400 Kilometer hoch über der Erde kooperieren nun Staaten, die sich zuvor im Kalten Krieg gegenüberstanden. Das Technologieprojekt ISS, das seit dem Jahr 2000 dauerhaft besetzt ist, ist ein Gemeinschaftswerk der US-amerikanischen NASA, der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos, der europäischen Weltraumagentur ESA und der Raumfahrtagenturen Kanadas und Japans. 2006 nahm auch der Deutsche Thomas Reiter als erster ESA-Raumfahrer an einem Langzeitaufenthalt in der ISS teil. Im Vorjahr verlängerte die USA per Gesetzverabschiedung die Zusammenarbeit mit Russland im Weltall bis 2020.

„Fliegende Webcam“ auf der ISS:
 
Live streaming video by Ustream

Für seine Jugendarbeit ausgezeichnet wird der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge , der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft im Ausland betreut. Im Rahmen dieser Arbeit kommt es regelmäßig in Jugendbegegnungs- und Bildungsstätten zu Treffen junger Europäer, bei denen gegenseitiges Verständnis gefördert sowie mögliche Vorurteile abgebaut werden. So organisiert der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge für Jugendliche unter anderem Pflegeeinsätze auf regionalen Kriegsgräberstätten, Arbeitskreise, Diskussionsrunden und Zeitzeugengespräche. Angewiesen ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge  bei der Finanzierung seiner Arbeit vor allem auf Spenden seiner Mitglieder und Förderer.

„Die Zusammenkünfte der jungen Europäer tragen dazu bei, durch die Begegnung mit der Bevölkerung des Gastlandes gegenseitiges Verständnis zu entwickeln und Vorurteile abzubauen“, betonte Dr. Reinhard Zinkann, der Vorsitzende der WWL. Damit leisteten die Jugendlichen einen aktiven Beitrag zur internationalen Verständigung.

Der Preis wird seit 1998 alle zwei Jahre in Erinnerung an den Westfälischen Frieden von 1648 vergeben, der den Dreißigjährigen Krieg beendete. Das Ziel der Auszeichnung ist es, ein "Europa der Regionen" aktiv zu fördern. Zu den früheren Preisträgern zählen der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan, die Altkanzler Helmut Kohl (CDU) und Helmut Schmidt (SPD) sowie der frühere tschechische Präsident Vaclav Havel.

„Mit dem Preis des Westfälischen Friedens halten wir die Erinnerung an das aufrecht, was die Gesandten im Jahr 1648 in Münster und in Osnabrück geleistet haben“, erklärte Zinkann. Das historische Vertragswerk sei beseelt gewesen durch den Traum vom Frieden, der nicht nur an den Stätten des Friedensschlusses bewegte, sondern die Menschen in ganz Europa und in der Welt. Zinkann: „Das hält bis heute an und gibt der Verleihung unseres Friedenspreises alle zwei Jahre ihren Sinn.“

Fotostrecke mit den bisherigen Preisträgern des Westfälischen Friedenspreises:

Westfälischer Friedenspreis: Die bisherigen Preisträger

1/10
  • Jordaniens König Abdullah II. erhielt den Friedenspreis im Jahr 2016.

    Foto: dpa
  • Mit dem Preis des Westfälischen Friedens wurden im Jahr 2014 die „International Space Station“ (ISS) und die Jugendarbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge geehrt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Verleihung des Westfälischen Friedenspreises im Jahr 2012 an Helmut Schmidt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 2010 wurde der Dirigent und Pinanist Daniel Barenboim mit dem Preis geehrt.

    Foto: Kim Graf
  • Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan wurde 2008 mit dem Preis des Westfälischen Friedens geehrt.

    Foto: A1885 epa Keystone Sandro Campar
  • 2006 erhielt der ehemalige französische Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing den Preis.

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • Der Dirigent Kurt Masur wurde im Jahr 2004 ausgezeichnet.

    Foto: dpa
  • Im Jahr 2002 ging der Friedenspreis an die ehemalige Bundesanwältin der Schweiz: Carla Del Ponte

    Foto: Martial Trezzini
  • Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl wurde 2000 mit dem Preis des Westfälischen Friedens ausgezeichnet.

    Foto: A2942 Ingo Wagner
  • 1998 erhielt Vaclav Havel (links im Bild), Schriftsteller und ehemaliger tschechischer Staatspräsident, den Preis des Westfälischen Friedens.

    Foto: dpa
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2316151?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F2575618%2F2575643%2F
Ampeldefekt: Vier Autos krachen zusammen
Insgesamt vier Fahrzeuge waren in dem Zusammenstoß auf der Bundesstraße 58 nahe der Drensteinfurter Dreingau-Halle verwickelt.
Nachrichten-Ticker